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Experiment Auto-freies Leben

9 Monate waren wir hier im Tal der Wupper komplett ohne Auto. Seit kurzem steht wieder ein motorisierter Winzling vor der Türe, dafür gab und gibt es Gründe, ebenso, wie es genügend Gründe gegeben hätte, den Kleinen nicht anzuschaffen.

Zeit für eine Rückschau: Zusammenfassend lässt sich sagen – es lebt sich ohne Auto, wenn auch eingeschränkt. Wir sind öfter mal und gerne unterwegs, das ist hier in der Gegend ausgesprochen kompliziert und auch teuer (Stichwort mehrere Verkehrsverbünde, die nur rudimentär miteinander kooperieren) Dazu: Permanente Verspätungen und Chaos bei der Bahn. Wie, um mich damit noch einmal zu bestätigen, sei erwähnt, dass wir gestern (an einem Montag) für die Strecke Salzburg-Wuppertal mit der Bahn (die Karten waren schon gekauft) fast 14 Stunden gebraucht haben Zur Entlastung der Bahn muss gesagt werden, dass ein Teil der Verspätung Folge von mehreren Brandanschlägen auf Signalanlagen war. Die Hinfahrt jedenfalls war auch mit 90 Minuten im Plus. Platzreservierung zum Teufel, auf dem Koffer hocken im Gang. Und – ja, ich weiß. Je nach Datum und Tageszeit sind die auch Autobahnen eher Parkspuren als Reisewege.

Was mich an der Bahn richtig ärgert: Sie verzocken ihre Fahrpreise. Günstig buchen ist pure Glücksache. Da bin ich sehr altmodisch. Wenn ich handeln möchte, gehe ich auf einem Trödelmarkt oder einem orientalischen Basar. ansonsten bevorzuge ich feste und vor allem überschaubare Tarife.

Was den Alltag angeht, da fällt die Bilanz schon um Längen besser aus. Weil wir beide fußläufig oder, in meinem Fall, komfortabel mit dem Rad zur Arbeit gehen/fahren können. Einkaufen mit dem Rad ist auch kein Thema, Dank Kuriersack auf dem Buckel und/oder Packtaschen an den Seiten. Meine persönliche Bilanz als Mit-Fünfziger: Es bringt Kondition, so zu leben. Bis dahin war es ein teils holperiger Weg. Ausprobieren mehrerer Kettenblatt-Ritzel-Kombinationen, bis schlussendlich eine Kombi gefunden wurde, die einen guten Kompromiss aus Bergtauglichkeit mit Last (da kommen schnell 20 Kilo zusammen) und Endgeschwindigkeit auf der anderen Seite darstellt. Versuch und Irrtum waren auch der Weg hin zur vernünftiger Kleidung. Vernünftig im Sinne von Wetter- und Alltags-tauglich (denke das an so 2, 3 Grad plus und Dauerregen) und Anschaffungspreis (High-Tech-Zeug zerreißt an Zweigen und Brombeer-Hecken leider genau so wie die Müllsack-ähnlichen Dinger vom Discounter.)

Eine weitere, interessante Erfahrung in dem Zusammenhang sowie allgemein zum Thema älter werden waren teils sehr schmerzhafte, mehrfache Rippenblockaden über viele Wochen. Das ging über den Hausarzt, der bemüht, aber leider nicht sehr erfolgreich sein Glück versuchte, hin zum Orthopäden, der auch als Sportmediziner praktiziert.

Sätze der Doktoren, die mir heute noch in den Ohren klingen lauten: Finden `se sich damit ab, für ihren allmählich älter werdenden Körper täglich mehr Zeit investieren zu müssen, um fit und beweglich zu bleiben. (der Hausarzt). Oder der Orthopäde, der mich geräuschvoll und mit gezielter Gewalt “deblockierte”, auf meine Frage, das Radfahren betreffend: Sie machen alles richtig, weiter so! Dazu noch regelmäßig, also tägliche Übungen zur Stärkung der Halswirbelmuskulatur,

Ich will Sie in, sagen wir, vier Monaten wieder hier sehen und von Ihnen wissen, wie es Ihnen geht.

Mit diesen Worten sowie mit eine kleinen Liste skizzierter Übungen entließ er mich. Seitdem lasse ich einen Teil davon in meine morgendliche Routine einfließen. Meine Yoga-Übungen sowie die HWS-Gymnastik (eigentlich sind das sehr einfache, auch zwischendurch über Tag zu praktizierende Übungen) beanspruchen nunmehr allmorgendlich 20 Minuten. Und – es hilft. Ich fühle mich jetzt schon, nach ein wenigen Wochen, um Längen besser.

Fakt ist, meinen alltäglichen Lebenswandel mit dem Rad werde ich beibehalten.

Was waren also die Gründe für ein Auto, wenn nicht die tägliche Pendelei ? Unsere größeren und kleineren Reisen sind das eine. Etwas anderes ist es, dass ich mich nicht in einer Situation wiederfinden möchte, in der ich ein Auto haben muss und dann zu nehmen habe, was ich bekommen kann (Jetzt hatte ich eine ruhige, überlegte Wahl). So ist es durchaus denkbar, wenn auch nicht wünschenswert, dass sich meine berufliche Situation (sind noch etliche Jahre) nochmal ändern mag. Dazu kommt das mittlerweile hohe Alter meiner Eltern, die hartnäckig am grünen Stadtrand verweilen möchten. Stadtrand heißt in unseren Fall hier im Tal der Wupper gut 200 Höhenmeter Differenz plus so einige Kilometer. Nicht geeignet für regelmäßige Besuche mit dem Rad, nach getaner Arbeit. Geschwister, auf die ich meine Verantwortung diesbezüglich delegieren könnte, gibt es keine, was, weiß Gott, für mein persönliches Wachstum gute Gründe haben mag.

Wie auch immer.

So mache ich in großen Teilen weiter wie bisher mit dem Rad und nehme hin, dass der Kleine da draußen derzeit mehr ein Stehzeug als ein Fahrzeug ist.

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Immer wieder

Vor langer Zeit habe ich mir auf einer Yoga-Website ein Abo eingerichtet, ein paar mal gelesen und es dann vergessen. Oft genug lösche ich die Mail, ohne zu schauen. Heute Morgen mal nicht, und siehe da, ich stoße wieder auf altbekannte Weisheiten.

5 Lebensregeln für ein erfülltes Leben

So und in abgewandelter Form, aber immer mit dem gleichen Kern, habe ich das schon oft gelesen. Wie leicht das klingt und wie schwer es mir fällt, auch nur teilweise danach zu leben. Mit Stichworten ausgedrückt, lauten sie wie folgt:

  • Ausreichend schlafen
  • Gesund essen und ausreichend bewegen
  • Tägliche Meditation
  • Achte auf harmonische Beziehungen
  • Sei tätig

Klingt einfach, oder ? So universelle Weisheiten. Wenn ich Punkt für Punkt durchgehe, fällt meine Bilanz allerdings eher mager aus. So schlafe ich eigentlich regelmäßig zu wenig bzw. unter wenig gesunden Bedingungen. Ok, beim essen sieht das schon erheblich besser aus, auch Bewegung bekomme ich auf dem Rad ausreichend. Wobei das ein wenig einseitig ist, wie ich gerade feststellen musste. Dehnungsübungen fehlen mir, da gibt es etwas zu tun.

Meditation – verbinde ich am frühen Morgen mit Yoga-Übungen. Was gut tut, aber den über den Tag aufgefrischt werden möchte.

Harmonische Beziehungen kenne ich leider nur punktuell. Mein Alltag ist geprägt von Mißtrauen und Abwehrhaltung in einem Ellebogen-Umfeld, wo jeder sich selbst der Nächste ist. Privat sieht das, Gott sei Dank, besser aus. Wobei, wenn zwei in einem Tiger-Jahr Geborene zusammen leben, beide vom Element Wasser dominiert, sind gewisse Ausbrüche schon von Beginn an mit eingepreist, sozusagen. Was aber für uns beide sehr in Ordnung, weil ehrlich ist. Der Freundeskreis ist Alters-entsprechend ausgedünnt, hier achte ich genau darauf, mit wem ich mich umgebe und mit wem lieber nicht. Zumal das allein-sein keinen Schrecken mehr hat, sondern von mir zunehmend als Bereicherung gefühlt wird.

Tätig bin ich. Eher zuviel mitunter, und gerne von letztendlich ungesunden Ehrgeiz getrieben. Das Mass der Dinge, meine ganz spezielle Lebensaufgabe. Gut, einmal mehr erinnert zu werden.

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Per Rad von Wuppertal nach Düsseldorf

Die ersten etwas wärmeren Sonnenstrahlen des Jahres locken und ich beschließe, mit meinem frisch instandgesetzten MTB Richtung Düsseldorf zu fahren. Ziel soll sein der Hauptbahnhof, eine größere Runde am Rhein entlang muss leider aus Zeitgründen ausfallen, derweil ich erst nach Mittag starte.

Daheim schaue ich mir sehr grob die Richtung an. Der Weg soll zunächst über die Nordbahntrasse über den Abzweig Lüntenbeck zur Bahnstraße in Vohwinkel führen, gleich gegenüber der Einmündung dann über Feld- Wald- und Wiesenwege weiter Richtung Schöller, südlich an Mettmann vorbei dann über Erkrath nach Düsseldorf.

Wuppertal-Düsseldorf_170312Ansicht und Download des Tracks
HIER

Da für mich bekanntes Terrain in Vohwinkel endet, lasse ich mich vom Navi im Luftlinienmodus lotsen und entscheide so an jeder Kreuzung selbst die Richtung. Daher stammen auf dem Track auch die einen oder anderen Haken und Ösen, die sicherlich nicht nachfahrenswert sind. Ebenso wenig die etwas ungeschickte Querung eines Golfplatzes, die leicht vermeidbar gewesen wäre :)

Hätte, wäre, – war es aber nicht. Dafür ist es unterhaltsam, von einer Gruppe ältlichen Pseudo-Sportlerinnen wüst beschimpft zu werden. Die Contenance wahrend entgegne ich lediglich, eine Kirche aufsuchen zu wollen, falls ich eine Predigt zu hören wünsche und verkneife mir Äußerungen über den Zustand bestimmter Löcher, die nicht Teil des Golfplatzes sind.

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So geht das kleine sonntägliche Abenteuer weiter. Bis zum Neandertal freue ich mich über abgeschiedene Feldwege, matschige Waldpfade, verwunschene Täler und den sehr sonnigen Abschnitten der weiten Felder. Der nahe Kalk-Abbau nötigt mich ein um`s andere Mal, ein Abbaugebiet oder eine Halde zu umfahren, beim Wege finden verlasse ich mich auf meine Augen, dem Luftlinienbalken im Navi und auf dem Sonnenstand. Nebenbei bin ich noch begeistert über die Nehmerqualitäten der neuen Reifen (Marathon-Plus-Tour, 47559), die sowohl in dem leichten Gelände als auch auf der Straße eine sehr gute Figur machen.

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Ab dem Neandertal-Museum folge ich dann wie geplant den Straßen und angrenzenden Radwegen und erreiche so über Erkrath und Düsseldorf-Gerresheim schlussendlich den Bahnhof. Eine schöne Runde geht zu Ende, die Regiobahn bringt mich in 20 Minuten wieder in`s Tal der Wupper zurück.

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Frischzellenkur

Seit gut drei Jahren leistet mir mein betagter Crosser (Bj.1993) gute Dienste, als Alltagsgefährt für die Arbeit, zum einkaufen sowie für gelegentliche Tagesausflüge, so richtig nett mit wenig Zeug und nach Möglichkeit Sonne. Auf diese Weise kamen bis dahin allein in dieser Zeit ca. 9000 Km zusammen. So nach und nach wurde der Verschleiß offensichtlich, irgendwo habe ich gelesen, alles am Rad sei Verschleißteil, und das kann ich voll bestätigen.

Schön sichtbar ist das an der Kette. Die hier ist im harten Betrieb durch die dünn gewordenen Gelenkbolzen ca. eineinhalb Kettenglieder länger geworden, bei geschätzten 4000 Km.

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Die schon länger andauernde (technische) Restaurierung ist jetzt weitestgehend abgeschlossen. “Original” sind vom Rahmen abgesehen nur noch sehr wenige Teile. Ersatzteilbeschaffung für alte Räder ist eigentlich kein Problem. Eigentlich, weil, wenn man etwas besseres haben möchte, wird es schwierig. So gibt es zwar noch Hinterräder für 7-fach-Kränze, aber mit billigen Naben. Etwas besser, in Shimano-Deore-Qualität gibt es erst ab 8-fach-Kranz, mit einem entsprechend längeren Freilauf. Also müssen so genannte Spacer mit rein, Distanzringe, um die Differenz auszugleichen. Das Netz offenbart da widersprüchliches, die einen sagen, 3 mm reicht, andere meinten, es sollen 4 sein. Also zwei bestellt, 3 und 1 mm, die dann auch beide verbaut werden mussten.

Jetzt hat der betagte Esel also Deore-Laufräder, eine neue Kettenblattgarnitur, Kette, Ritzelpaket,  Innenlager, neue Schutzplaste, neue, endlich rutschfeste Pedale. Das Schaltwerk war schon vor knapp zwei Jahren getauscht, ebenso die ursprüngliche Gripshift-Schaltgriffe gegen präzisere Rapidfire-Hebel. Ah ja, der Sattel – Freiheit für die Prostata, schön mit Spalt in der Mitte. Ebenso der Gepäckträger. Abkürzend hätte ich besser die noch vorhandenen Originalteile aufgeführt, neben dem Rahmen eben Lenker, Bremsen und diverse Schalt-Bremszughüllen. Und – last not least – vor ein paar Monaten brach der alte Seitenständer mitten durch und wollte dito ersetzt werden.

Erkenntnisse am Rande:

  • Ohne gründliche Recherche im Netz wäre ich aufgeschmissen gewesen, bei zahllosen Detailfragen, Montage sowie diverse Spezialwerkzeuge betreffend.
  • Alle Filmchen, Forenbeiträge und Expertenseiten hindern einen nicht daran, irgendwann an einem Punkt zu gelangen, an dem selbst gedacht werden möchte.

Bilder des Werkes…

Die alte Kurbel hat mich den meisten Schweiß gekostet, bei verranzten Abzuggewinde wollte der alte Mist mit roher Gewalt herunter gesägt werden:

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Rostschäden…

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Es wird …

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Das is`ser also, hoffentlich fit für die nächsten Jahre, Fährt, schaltet, bremst butterweich und nahezu geräuschlos, von einem noch besser zu befestigenden Schutzblech mal abgesehen. Die Summe der Teile war viel Geld, aber immer noch unter der Hälfte dessen, was ein vergleichbares neues Rad gekostet hätte. Außerdem ist es – ja richtig, sinnvolle Freizeitbeschäftigung und nicht zuletzt in meinem Fall auch eine Herzenssache, weil ich dieses alte Teil sehr liebe.

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Skywalk

So nennt sich eine vor kurzen eröffnete, neue Aussichtsplattform im Barmer Nordpark. Der Name lässt Großartiges vermuten, es handelt sich jedoch nur um einen kleinen, gut 6 Meter hohen Steg, der die ohnehin gute Aussicht von dort oben noch ein wenig besser genießen lässt.

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Mit dem Rad fahre ich bis Wuppertal-Heubruch auf der Nordbahntrasse, dort wechsle ich für das letzte Stück auf Straßen. Wobei ich die Anfahrt unterschätzt habe. Dank Bergübersetzung musste ich bislang vor keiner Steigung kapitulieren. Bis heute Morgen eben, die Barmer Hugostraße gilt als offiziell steilste Straße der Stadt, mit durchgängig 15 % Steigung. Vor den letzten 100 Metern habe ich kapituliert und das Rad geschoben.

Es ist kurz nach 8 Uhr und die Bilder an diesem eiskalten, klaren Morgen machen die etwas ruppige Anfahrt mehr als wett. Der Blick über die verreiften Dächer der Stadt ist wunderschön.

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Gleich ist es soweit …

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Dunstschleier über den Straßen …

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Nach einer dreiviertel Stunde Aufenthalt wird mir langsam kalt und ich mache mich auf den Rückweg. Bei der Abfahrt mit den klammen Fingern kommen mir ernste Zweifel an meiner sehr betagten Cantilever-Bremsanlage, die nur widerwillige Verzögerung lässt mir angesichts gut befahrener Querstraßen allerdings schnell warm um`s Herz werden.

Ein letzter Blick vor dem Abstieg …

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Von Remscheid-Lennep nach Marienheide

Freie Tage in Verbindung mit zumindest trockenem Wetter sind eine Einladung zum Radfahren, mit kleinem Gepäck und nur zur Freude, anders als meine alltäglichen Wege zur Arbeit oder bei Einkäufen. Also wird sich spontan mit dem Kumpel verabredet und so treffen wir uns am Bahnhof von Lennep, dieser kleinen, einst selbstständigen Stadt, die heute schon lange zu Remscheid gehört.

Los geht es auf der sogenannten Balkantrasse, die wir Ende letzten Jahres schon einmal in Richtung Rheinland gefahren sind. Heute allerdings nutzen wir den Abzweig bei Bergisch Born in Richtung Marienheide, das nahe der Wupperquelle liegt.

Track_Übersicht

Download des Tracks bei gps`ies HIER

Die Strecke ist für bergische Verhältnisse mit moderaten Steigungen versehen. Ab Bahnhof Lennep bei ca. 345 Meter ü.N.N geht es beständig hinunter bis auf 255 Höhenmeter bei Hückeswagen, um dann bis Wipperfürth erst langsam, dann zunehmender wieder bis auf 355 Höhenmeter bei Marienheide anzusteigen.

Track_Höhenmeter

Die Beschilderung ist durchweg gut.

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Die Strecke ist auch für Rennräder gut geeignet.

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Sommerlandschaft links und rechts der Trasse.

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Hier fehlt eine Brücke, die kleine Umgehung hat es allerdings in sich:

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Ein wunderschöner Ausblick in Richtung eines Ausläufers der Wuppersperre bei Hückeswagen.

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Weiter geht es ab Hückeswagen Richtung Wipperfürth, mit kaum wahrnehmbarer Steigung.

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Zeitzeugen am Trassenrand, ein alter Schienenbus wurde zur Gedenkstätte der zahllosen Nachkriegs-Flüchtlinge eingerichtet. Hier befand sich einst ein Übergangslager für die Gestrandeten.

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Weiter geht es über Ohl unserem Ziel entgegen. Kleine und größere Liebesbekundungen sind hier an einer Wupperbrücke zu sehen, die nun allerdings Wipper heißt.

Große Liebe …

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Oder eher dezent …

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Überall erklärende Hinweise auf die schöne, reichhaltige Natur.

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Dem entsprechende Ausblicke …

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Bergisch – Amazonas …

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Ein alter Bahnhof mir morbidem Charme,

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Licht am Tunnelende …

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Wir sind fast am Ziel.

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Ziel erreicht.

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Ab Marienheide lassen sich auch schöne Touren um die oberbergischen Talsperren fahren. Das wäre eine Idee für später. Für heute reicht es erst einmal, wir müssen ja auch noch zurück fahren.

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Von der Kemnade zum Baldeneysee & zurück

Vor zwei Wochen waren wir beide wieder unterwegs, mein Kumpel und ich. Eine schöne, flache Strecke für zwei nette ältere Herren von insgesamt gut 70 Km. Allerdings muss ich gestehen, das davon zumindest für meine Wenigkeit gefühlte 20 Km zuviel waren, was sehr wahrscheinlich mit meinem alten, wenig komfortablen und brettharten Stahl-Crosser zu tun hat. Der fährt sich auf kurzen Wegen wunderbar, ist halt leider kein ausgesprochener Tourer.

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Der Link zu den GPX-Daten:
GPSies - Von der Kemnade zum Baldeney-See und zurück

Dennoch war es eine wunderschöne Tour, ich mag die Ruhr, diesen etwas träge wirkenden, Geschichts-trächtigen Fluss, der für die Sinne so viel zu bieten hat. Start war das Haus Kemnade nahe des Stauwehres des Kemnader Sees. An der Stelle möchte ich meinem Kumpel mal lobend erwähnen, für sein endlos geduldiges Naturell ;) Der meine ständigen Stop`s zwecks Bilder machen so tapfer ertragen kann. Das geht noch lange nicht mit jedem.

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Das Wetter präsentiert sich am Morgen noch eher durchwachsen, aber trocken.

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Rabenvögel außerhalb der Reichweite meiner Kleinen.

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Wildgänse allerorten, in bester Paarungs-Laune.

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Der Weg führt auch ein Stück weit weg vom Wasser, vorbei an leuchtenden Feldern.

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Spuren des Bergbaus…

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Immer wieder Wasser.

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Das Wetter bessert sich.

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Industrie-Relikte.

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Auch ein Vogel…

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Badetag.

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Für die hier auch.

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Eine alte Brücke und ihre Bewohner.

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Einladend.

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Ein Reststück der alten Treidel-Pfade längs der Ruhr. Nichts für mich mit relativ schmalen Reifen, 5 Bar Druck und Null Federung.

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Die Ruhr hat sehr viel Platz, Auwälder sorgen für Flutraum.

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Am Baldeney-See.

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An dem kam ich nicht vorbei.

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Ein Werbeträger.
Vintage, Retro, Old School oder einfach nur Schrott.

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Ein sehr ausgefüllter, schöner Tag neigt sich zu Ende.

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Besuch in Düsseldorf

Uns beide, meinen Kumpel und mich, zog es gestern an den Rhein, nebenan nach Düsseldorf. Ein Film-Abend im linken Zentrum-Hinterhof war unser Ziel, Thema Fahrrad fahren sowie die damit verbundene Städte-Entwicklung, positiv wie negativ. Wir beide fahren gern gemeinsam kleinere Tagestouren, wenn Zeit und Wetter passen. Darüber hinaus habe ich das Glück, an der Nordbahntrasse zu wohnen und zu arbeiten, die sich längs durch das Tal der Wupper an den Nordhängen entlang schmiegt. Davon mache ich meistens auch Gebrauch, soweit meine Gesundheit das zulässt, selbst schlechtes Wetter schreckt mich angesichts der Verkehrsverhältnisse hier im Tal nicht ab.

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Die Lokalität – Nomen Est Omen – ein düsterer Hinterhof an der Corneliusstraße in Düsseldorf. Ein wenig versteckt, aber dennoch leicht zu finden. Ein linkes Zentrum eben mit allen, was dazu gehört. Politisches Arrangement ebenso wie gemeinschaftliche Selbsthilfe und Selbstverwaltung, angefangen beim gemeinsamen kochen und essen über praktische Hilfe im Alltag hin zu einer integrierten Fahrradwerkstatt. Mir als immer noch überzeugten Sozialromantiker stehen sie nahe, die Linken, allen kaufmännischen Betrachtungen und Lehren zum Trotze. Hintergrund ist meine Meinung, das es gerade in unseren Land genügend Mittel gibt. Leider sind sie, zurückhaltend formuliert, ein wenig ungleich verteilt.

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Ein langer Tresen, ein riesiger Pott mit Chili Con Carne dampft auf dem Herd. Eine Leinwand hängt an der rohen Ziegelwand, Biertisch-Garnituren laden gemeinschaftlich mit fragwürdigen Polstermöbeln älteren Semesters zum verweilen ein. Wenige Menschen, bunt gemischt, nicht nur jüngere, teils mit Kindern, auch unsere Jahrgänge und älter sind vertreten. Wir besorgen uns Getränke und zwei Mega-Teller Chili mit Brot und lassen uns in zwei sehr bequemen, altehrwürdigen Sesseln nieder, gleich vorne an der Leinwand. Nach einer kurzen, gemeinsamen Betrachtung der Polstermöbel, in denen durchaus Menschen gezeugt und auch verstorben sein könnten, machen wir uns locker und füllen die Mägen mit dem gut gewürzten Chili.

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Jemand besteigt einen Biertisch und installiert einen Beamer unter der Decke und der Filmabend startet. Kleine, künstlerisch wertvolle animierte Filmchen wechseln mit Dokus aus allen Teilen der Erde. Viel ist von bewegten Menschen die Rede, die sich beharrlich, mit viel Geduld und Kraft für ein besseres Leben in ihren Städten einsetzen, abseits vom Autoverkehr mit allen seinen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die ihn ertragen müssen. Erschreckende Zahlenwerke werden vorgestellt, weiß gestrichene Geisterräder, die an getötete Radfahrer erinnern, sind zu sehen. Schlimme Negativ-Beispiele aus Süd-Amerika sind ebenso Thema wie mustergültige urbane Wandlungen hin zum Radverkehr, Amsterdam und Kopenhagen vorneweg.

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Nachdenklich und bewegt machen wir uns spät abends auf dem Heimweg. In meiner Brust schlagen sozusagen zwei Herzen, wenn ich einerseits an das Autoland Deutschland denke, mit seinen historisch gewachsenen Strukturen und immer noch zahlreichen Arbeitsplätzen, die von der Branche abhängen. Andererseits schaue ich ebenso die schlimmen, krank machende Auswüchse in unseren Städten, schaue die allgemeine Rücksichtslosigkeit auf den Straßen und frage mich, wie lange das so, wie wir es kennen, wohl noch gut gehen wird. Es tröstet mich auch nur wenig, das die Auto-Branche in Deutschland gerade dabei ist, sich selbst zu demontieren über den ständigen globalen Vergleich mit den so genannten “Low-Cost-Countries” sowie die permanenten Bestrebungen der Industrie, unsere Lebensverhältnisse den dortigen anzugleichen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, das Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen nie und nimmer neue Autos kaufen werden.

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Was bleibt, ist Dankbarkeit für meine Beweglichkeit und Gesundheit. Dankbarkeit für die Erkenntnis hin zu mehr frischer Luft, weg von vielen sitzen im Auto. Auch ein zunehmendes Gefühl der Freiheit macht sich breit, die Freiheit, mein Leben auch ohne motorisiertes Gefährt organisieren zu können, selbst hier in den Bergen.

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Irrlichter

Blau und Grün
Tanzend umeinander
Dunkelheit rundherum

Wäre es ein Moor
könnte man meinen
die Irrwische ließen grüßen
Den Wanderer ins nasse Grab treiben wollend
Was stört er auch die Ruhe

Zwar ist der Regen ausdauernd
hier in den Bergen
Doch für`s Moor
reicht er nicht

Nur ein alter Güterbahnhof
Tote Gleise am Arbeitsweg
Irrlichter, die gelegentlich innehalten
Wenn Frauchen sie zur Ordnung ruft
Wollen nur spielen

Noch einmal davongekommen