Kategorie-Archiv: Essen und Trinken

Ein-Topf

Wenn dem Erzähler mal gerade keine Geschichten einfallen wollen, dann liegt das möglicherweise daran, das er schlicht hungrig ist. Die Liebste weilt gerade bei der großen Kleinen im fernen Norden und so gelten gerade auch keine Konventionen, die zwingend ein Frühstück erforderlich machen. Also wird der Kühlschrank gesichtet und es finden sich:

  • Ein gut geratener Hokkaido-Kürbis
  • Eine Menge schon etwas betagter großer, grüner Bohnen
  • Rote Zwiebeln
  • Eine Petersilienwurzel
  • Einige Möhren
  • Eine übrig gebliebene, sehr dicke Kartoffel
  • Zwei Päckchen Tofu-Geschnetzeltes

Das alles wird erst einmal geputzt und gut zerkleinert, bevor es anschließend der Röst-Aromen wegen Portionsweise im Wok unter Beigabe von Raps-Kernöl heiß angebraten wird.

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Anschließend finden sich die angebratenen Zutaten im größten Topf des Hauses wieder. Ca. eineinhalb Liter Wasser bilden die Basis für das Garen.

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Gewürzt wird mit:

  • Gemüsebrühe
  • Ein wenig Steinsalz (Brühe enthält schon Salz!)
  • Schwarzer Pfeffer
  • Kreuzkümmel
  • Rosen-Paprika
  • Curry

Der solcher Art gefüllte Ein-Topf wird abschließend noch eine knappe halbe Stunde am köcheln gehalten, bevor der Inhalt mit einem groben Stampfer ein wenig zukleinert wird. Der Erzähler mag, das sei an dieser Stelle betont, keine Pürierstäbe, zumindest, solange er seine Zähne mehrheitlich noch besitzt.

Während dieser kleine Eintrag langsam zum Ende kommt, hat der Verfasser bereits die zweite Portion in Arbeit und is(s)t begeistert.

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Wer mag, viel Vergnügen beim zubereiten und beim essen.

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Denn Du bist, was Du isst…

Über Pfingsten weilten wir aus familiären Anlass wieder einmal im Harz. Es galt, den Geburtstag eines lieben jungen Menschen zu feiern, die Anverwandten hatten dazu einen Tisch reservieren lassen. Der Liebsten und mir als die später hinzugekommenen wurde mitgeteilt, es ginge um Slow-Food, einem etwas irreführenden Modewort, das hauptsächlich für regionale und saisonale Küche steht, also nicht ausschließlich für langsames Essen.

Das klingt gut, und so fahren wir mitten in den tiefsten Harz, nach Buntenbock bei Clausthal-Zellerfeld. Das kleine Landhaus liegt, so scheint es, am Ende der zivilisierten Welt, märchenhaft am Waldesrand, umgeben von einem liebevoll gepflegten Wildgarten.

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 Ohne Zweifel habe ich schon sehr lange nicht mehr so gut und reichhaltig gegessen. Die Verköstigung ist hauptsächlich für Hotel-Gäste gedacht, mir waren die Verhältnisse fremd und so erkundigte ich mich zur Fassungslosigkeit der Anverwandten nach dem Preis für das Mahl. Der wurde mir nach einigen Zögern auch mitgeteilt, es ist in diesen Kreisen offensichtlich nicht üblich, über Geld zu reden. Die anderen Gäste in der liebevoll hergerichteten Bauernstube bestanden überwiegend aus älteren, bereits ergrauten Semester, den Kleidern und dem Gebaren nach mutmaßlich beruflich erfolgreiche Grünen-Klientel.

Utopie ist die Realität von morgen. So in etwa steht es über den Eingang zur Küche, die anderen Wände sind mit eher bäuerlichen Weisheiten verziert, die der Versuchung und der Völlerei den Boden bereiten sollen. Das Essen war, wie gesagt, vorzüglich, und mit gemischten Gefühlten lasse ich mit vollen Bauch den Abend Revue passieren.

Auch ich bin ein Anhänger von saisonalen und regionalen Speisen, von daher gefällt mir der Grundgedanke sehr gut. Was mich stört, ist der elitäre Charakter der Örtlichkeit. Ein kleines Paradies für gut Situierte, Kinder suchte man dort vergebens, von unseren Tisch einmal abgesehen. Wer die Preisliste der Lokalität studiert, wird das schnell verstehen. Das ist definitiv kein Domizil für Familien mit Kindern, die mit Geld rechnen müssen.

Zuhause bereite aus Zeitgründen meist ich das Essen zu, einfache Speisen mit reichlich Gemüse, vorzugsweise im Wok zubereitet. Fleisch gibt es bei uns sehr selten, unser Eiweiß-Bedarf wird durch Soja-Produkte in Verbindung mit guten Öl gedeckt. Den Ausschlag gaben vor vielen Jahren gesundheitliche Probleme, also zunächst einmal keine moralischen Skrupel. Erst mit der Zeit setzte ich mich mit der industriellen Massentierhaltung auseinander, mit dem, was wir unseren Mitgeschöpfen über unser Konsumverhalten antun.

Tief bewegt las ich vor einiger Zeit dieses Buch hier. Der Autor setzt sich mit unserem Verhalten der Schöpfung gegenüber auseinander, aus Männer-Perspektive, was aber durchaus auf die Weiblichkeit übertragbar ist. Dort ist unter anderen von der Kraft eines Wildtieres die Rede, welche wir zu uns nehmen, wenn wir es verzehren. Es wird dort ebenso in eindringlichen Worten davon gesprochen, was wir zu uns nehmen, wenn wir Tiere aus Massentierhaltung essen: Angst, Panik, und Verzweiflung. Wer das nicht glauben mag, kann vielleicht eher mit dem mittlerweile bewiesenen Zusammenhang zwischen Emotionen und Stoffwechsel etwas anfangen. Von Medikations-Rückständen will ich hier nicht reden.

Was also ist die Lösung, in unseren Post-industriellen Zeitalter, in dem Essen und Trinken kulturell geprägt sind und das Geld bei vielen nicht für hochwertige Speisen reicht? Aufklärung schon bei den Kindern tut Not, diese lernen schneller und bereitwilliger als ihre Vorfahren. Noch mehr Angebote zur gesunden Küche daheim, über VHS-Seminare und Filme. Ausbau der kollektiven, regionalen Landwirtschaft, auch hier in der Nähe gibt es seit kurzen so etwas, wo man sich mit Geld oder mit Zeit einbringen kann.

Mir war vor vielen Jahren ein VHS-Seminar über die chinesische Küche sehr hilfreich, meine Ernährung umzustellen. Das geht auch mit wenig Geld und ohne großen Zeitaufwand. Fleisch ist, wie gesagt, hier die Ausnahme, und wenn ich alle paar Wochen einmal etwas kaufe, gebe ich gerne mehr dafür aus. Nicht, um mein Gewissen zu beruhigen, sondern aus oben genannten Gründen.

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Besuch in Düsseldorf

Uns beide, meinen Kumpel und mich, zog es gestern an den Rhein, nebenan nach Düsseldorf. Ein Film-Abend im linken Zentrum-Hinterhof war unser Ziel, Thema Fahrrad fahren sowie die damit verbundene Städte-Entwicklung, positiv wie negativ. Wir beide fahren gern gemeinsam kleinere Tagestouren, wenn Zeit und Wetter passen. Darüber hinaus habe ich das Glück, an der Nordbahntrasse zu wohnen und zu arbeiten, die sich längs durch das Tal der Wupper an den Nordhängen entlang schmiegt. Davon mache ich meistens auch Gebrauch, soweit meine Gesundheit das zulässt, selbst schlechtes Wetter schreckt mich angesichts der Verkehrsverhältnisse hier im Tal nicht ab.

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Die Lokalität – Nomen Est Omen – ein düsterer Hinterhof an der Corneliusstraße in Düsseldorf. Ein wenig versteckt, aber dennoch leicht zu finden. Ein linkes Zentrum eben mit allen, was dazu gehört. Politisches Arrangement ebenso wie gemeinschaftliche Selbsthilfe und Selbstverwaltung, angefangen beim gemeinsamen kochen und essen über praktische Hilfe im Alltag hin zu einer integrierten Fahrradwerkstatt. Mir als immer noch überzeugten Sozialromantiker stehen sie nahe, die Linken, allen kaufmännischen Betrachtungen und Lehren zum Trotze. Hintergrund ist meine Meinung, das es gerade in unseren Land genügend Mittel gibt. Leider sind sie, zurückhaltend formuliert, ein wenig ungleich verteilt.

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Ein langer Tresen, ein riesiger Pott mit Chili Con Carne dampft auf dem Herd. Eine Leinwand hängt an der rohen Ziegelwand, Biertisch-Garnituren laden gemeinschaftlich mit fragwürdigen Polstermöbeln älteren Semesters zum verweilen ein. Wenige Menschen, bunt gemischt, nicht nur jüngere, teils mit Kindern, auch unsere Jahrgänge und älter sind vertreten. Wir besorgen uns Getränke und zwei Mega-Teller Chili mit Brot und lassen uns in zwei sehr bequemen, altehrwürdigen Sesseln nieder, gleich vorne an der Leinwand. Nach einer kurzen, gemeinsamen Betrachtung der Polstermöbel, in denen durchaus Menschen gezeugt und auch verstorben sein könnten, machen wir uns locker und füllen die Mägen mit dem gut gewürzten Chili.

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Jemand besteigt einen Biertisch und installiert einen Beamer unter der Decke und der Filmabend startet. Kleine, künstlerisch wertvolle animierte Filmchen wechseln mit Dokus aus allen Teilen der Erde. Viel ist von bewegten Menschen die Rede, die sich beharrlich, mit viel Geduld und Kraft für ein besseres Leben in ihren Städten einsetzen, abseits vom Autoverkehr mit allen seinen negativen Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, die ihn ertragen müssen. Erschreckende Zahlenwerke werden vorgestellt, weiß gestrichene Geisterräder, die an getötete Radfahrer erinnern, sind zu sehen. Schlimme Negativ-Beispiele aus Süd-Amerika sind ebenso Thema wie mustergültige urbane Wandlungen hin zum Radverkehr, Amsterdam und Kopenhagen vorneweg.

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Nachdenklich und bewegt machen wir uns spät abends auf dem Heimweg. In meiner Brust schlagen sozusagen zwei Herzen, wenn ich einerseits an das Autoland Deutschland denke, mit seinen historisch gewachsenen Strukturen und immer noch zahlreichen Arbeitsplätzen, die von der Branche abhängen. Andererseits schaue ich ebenso die schlimmen, krank machende Auswüchse in unseren Städten, schaue die allgemeine Rücksichtslosigkeit auf den Straßen und frage mich, wie lange das so, wie wir es kennen, wohl noch gut gehen wird. Es tröstet mich auch nur wenig, das die Auto-Branche in Deutschland gerade dabei ist, sich selbst zu demontieren über den ständigen globalen Vergleich mit den so genannten “Low-Cost-Countries” sowie die permanenten Bestrebungen der Industrie, unsere Lebensverhältnisse den dortigen anzugleichen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, das Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen nie und nimmer neue Autos kaufen werden.

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Was bleibt, ist Dankbarkeit für meine Beweglichkeit und Gesundheit. Dankbarkeit für die Erkenntnis hin zu mehr frischer Luft, weg von vielen sitzen im Auto. Auch ein zunehmendes Gefühl der Freiheit macht sich breit, die Freiheit, mein Leben auch ohne motorisiertes Gefährt organisieren zu können, selbst hier in den Bergen.

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Suppenkasper to go

Jeden Tag nur Stullen zu essen bin ich ein wenig leid. Darum habe ich mir vorgenommen, öfter mal etwas Warmes auf Arbeit mitzunehmen. Eine Möglichkeit, dort etwas aufzuwärmen, gibt es leider nicht, aber es geht auch anders. Suppen sind da hervorragend geeignet. Hafer-Gemüsesuppe zum Beispiel. Die Mengen waren in`s Blaue geschossen, aber die Konsistenz der Suppe passt genau. Zufalls-Treffer ;)

  • 0.2 Liter Haferflocken
  • Olivenöl, ordentlich Butter
  • 1.2 Liter klare Gemüsebrühe
  • Schwarzer Pfeffer, Steinsalz
  • 3 Möhren
  • 1 Pastinake
  • Eine halbe Porreestange
  • Eine rote und eine weiße Zwiebel

Die Haferflocken werden zuerst im Öl zusammen mit der zerlassenen Butter angebraten. Kurz darauf kommen die gehackten Möhren, Zwiebel und die Pastinake hinzu. Gut in Bewegung halten, damit nichts anbrennt. Am Ende mit der Brühe ablöschen, den Porree hinzugeben und ca. 5 Minuten kochen lassen. Passend portionieren und ggf. einfrieren.

Hafer-Gemüse-Suppe

Für den Transport habe ich mir diese niedliche, kleine Suppen-Urne besorgt. Es passen ein knapper, halber Liter hinein, also eine Menge, nach deren Genuss man noch weiter arbeiten kann, ohne in das gefürchtete Suppen-Koma zu fallen. Die Urne muss mit kochend Wasser 10 Minuten vorgewärmt werden und dann mit der sehr heißen Suppe bis an den Rand gefüllt werden. Nach 5, 6 Stunden reicht die Temperatur immer noch gut zum essen.

Urne

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