Nur für den Augenblick

Friede – ein flüchtiger Zustand, denke ich, während ich gemeinsam mit Püppi die warmen Sonnenstrahlen genieße. Püppi`s Welt ist für den Moment in Ordnung, Sonne von oben und die Heizung von unten. Das ist nicht die Regel, seit sein Bruder vor fast zwei Monaten verstarb. Püppi klebt seitdem förmlich an uns und klagt uns ebenso herzzerreißend wie lautstark an, Tag für Tag. Es tut weh … wir werden uns demnächst nach einem Artgenossen für ihn umschauen. Ein Baby-Katzenmädchen, das könnte gehen. Da hat Püppi vielleicht eine Aufgabe, keinen Konkurrenten, kann erziehen und hat wen zum spielen und toben.

Alles flüchtig und nur geliehen, denke ich, während ich mir die unsäglich dreckigen Scheiben betrachte, die zwar wahrgenommen werden, aber weder die Liebste noch mich wirklich stören. Püppi überhaupt mal gar nicht. Bürgerlich geht anders…

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 Es fühlt sich gut an, hier einfach nur zu sitzen und zu spüren, wie leer so ein Kopf sein kann, in manchen Momenten. Ein anderes Gefühl als die innere Leere, die mir auch vertraut ist. Gott sei Dank ist auch sie ein eher flüchtiger Zustand, und, wie der Mann vom Fach neulich zu mir meinte, recht normal, wenn man sich 22 Jahre lang regelmäßig selbst vergiftet hat, nach allen Regeln der Kunst. Das hinterließe eben Spuren in Gehirn. Aha, dachte ich in dem Moment, keiner Zuhause sozusagen. Solche Aussagen sind mir nicht neu, nichts dergleichen bleibt ohne Folgen. Auch, wenn mich solche Worte an manche Erlebnisse aus Jugend und Kindheit erinnern, die mindestens so toxisch wirkten wie die spätere, chemische Zerstörung. Bleibt zumindest die Hoffnung, das der verbliebene “Rest” nicht nur zum Überleben reichen möge, sondern auch für weitere friedvolle Augenblicke wie eben jetzt.

Ziele möge ich definieren, meinte der Fachmann. Das sei Teil der Behandlung, und drückt mir weitere vorformulierte Frage- und Antwortbögen in die Hand, deren Beantwortung wahrscheinlich nicht nur der reinen Erkenntnis dient, sondern auch gut abgerechnet werden kann. Also nicht das beliebte Ausschlussverfahren, frei nach dem Motto “dies möchte ich nicht mehr, und das, jenes auch nicht”. “Voll erwischt”, denke ich, Ziele zu definieren war schon immer eine schwere Übung für mich. Wachstum durch Krisen, das ging in Ordnung, bis dahin. Mit dem so beliebten Ausschlussverfahren bin ich eigentlich auch recht weit gekommen, jedenfalls für meine Verhältnisse. Manchmal frage ich mich, warum Ziele so wichtig sind. Braucht es nicht erst einmal die weiße Wand, ein leeres Gefäß, um etwas Neues entstehen zu lassen? Momentan fühlt es sich so an, als kämen die Antworten oder das, was man Ziele nennt, von allein zu mir, sobald da Platz wäre.

Der Boden schwankt jetzt gerade jedenfalls etwas weniger als in den letzten Wochen und mein Vertrauen in meine höhere Macht fühlt sich ebenso wieder etwas tragfähiger an. Was Hoffnung macht…

+

Das neunte Jahrsiebt

Esoterik ist nicht so mein Ding. Numerologie auch nicht, dennoch ergibt die Beobachtung der Lebensabschnitte, gerade auf die Zahl Sieben bezogen, erstaunliches. Für mich, kurz vor Vollendung meines 57sten Lebensjahres,, also am Beginn des neunten Jahrsiebtes,  geht es schwerpunktmäßig um den Tod, um Abschiede, aber auch um radikale innere Umwälzungen, mit denen ich nie gerechnet habe.

Wenn das Wasser kommt, nimmt es alles mit, was schon länger lose war. Alles, was nicht oder nicht mehr zu mir gehört, möglicherweise nie wirklich zu mir gehört hat, wird gnadenlos weggeschwemmt oder versinkt in den salzigen Fluten mancher Tränenströme. Zeit der Abschiede, Zeit der Trennungen, Zeit der Reinigung, Zeit der Wahrheit, Zeit, Farbe zu bekennen, kein Lavieren, kein Ausweichen mehr möglich. Zeit der Prüfung, der Umbrüche, quer durch alle Lebensbereiche. Zeit, zu vertrauen auf die neue Bleibe im Schloss aus Korallen, dem Ort, der unter Wasser atmen lässt, wenn das alte Haus unbewohnbar geworden ist. Wenn das Wasser kommt, spült es alles mit hoch, was es auf seinem Weg vorfindet, auch dem Müll vergangener Jahrzehnte.

Ein Teil des Meeres werden …

Der Wassertiger lernt spät, aber hoffentlich nicht zu spät, unter Wasser zu atmen…Ein wundervolles Gedicht, welches ich auch schon mal auf der Wupperpostille veröffentlicht habe, passt dazu sehr gut.

Quelle: Carol Bieleck (Sacré Coeur-Schwester)
gefunden in „Zwölf Schritte der Heilung“ von Richard Rohr

Unter Wasser atmen

Ich habe mein Haus am Meer gebaut.
Nicht auf Sand, wohlgemerkt,
nicht auf Treibsand.
Ich habe es aus Stein gebaut.
Ein starkes Haus
an einem starken Meer.
Und wir haben uns aneinander gewöhnt,
das Meer und ich.
Gute Nachbarn.
Nicht, dass wir viel gesprochen hätten.
Wir trafen uns schweigend.
Respektvoll, auf Abstand bedacht,
aber mit Blick auf unsere Gedanken
durch den Zaun aus Sand
Stets mit dem Zaun aus Sand als Grenze,
stets den Sand zwischen uns.

Aber eines Tages,
und ich weiß immer noch nicht, wie es geschah,
da kam das Meer.
Ohne Warnung.
Auch ohne Einladung.
Nicht plötzlich und schnell,
sondern eher wie Wein
sich durch den Sand einen Weg bahnt,
weniger wie Wasser fließt
eher wie ein Strömen von Blut.
Langsam, aber stetig.
Langsam, aber strömend wie eine offene Wunde.
Und ich dachte an Flucht und an Ertrinken
und an Tod.
Und während ich noch dachte, stieg das Meer höher,
bis es meine Tür erreichte.
Und da wusste ich, es gab keine Flucht, keinen Tod,
kein Ertrinken.
Wenn das Meer kommt und nach Dir ruft,
gibt es keine gute Nachbarschaft mehr,
als ob ihr euch gut kennt und freundlich distanziert bleibt.

Du tauscht dein Haus
gegen ein Schloss aus Korallen,
und lernst, unter Wasser zu atmen.


~

 

 

 

Am Straßenrand

Der Feierabendverkehr wälzt sich lautstark und zäh den Berg hinauf Richtung Autobahn, während ich den Wagen aufschließe und mich hinein fallen lasse, bewegt noch vom Besuch gerade eben. Gerade als ich den Motor starten möchte, schauen mich durch das Beifahrerfenster vom Gehweg aus zwei etwas listige, aber freundliche, kleine Augen an. Sie gehören zu einer alten Dame, gebückt, mit Rollator.

Scheint jetzt gerade für mich DAS Thema zu sein … , geht mir durch den Kopf, während ich die Scheibe rechts herunter kurbele, mutmaßend, sie wolle vielleicht mitgenommen werden. Eine dünne, alte, langsame, aber bestimmte Stimme begrüßt mich freundlich und meint, sie sei 85 Jahre alt, würde in der Schönebecker wohnen und wollte zur Sparkasse, hätte aber irgendwie alles daheim vergessen. Nun wolle sie zu ihrer Freundin in der Nähe, ob sie ihr aushelfen könne, mit vier Euro, aber die sei nicht da …um das ganze abzukürzen, frage ich, ob sie Geld brauche.

“Ja, wenn sie so freundlich wären”, tönt es liebenswürdig in meine Richtung. Während ich wieder aussteige und einen Fünfer heraus krame, denke ich, wenn sie trickst, macht sie das ziemlich gut. Selbst, wenn die Geschichte erstunken und erlogen ist, sie möglicherweise solcher Art hier in der Nähe des Krankenhauses ihre Rente aufbessert, so hat sie zumindest eine Gage verdient ..

“Wo kommen Sie her ?” fragt sie. “Elberfeld”, sage ich. “Und was machen sie hier, waren Sie im Krankenhaus ?”, fragt sie weiter neugierig. Obgleich es sie nichts angeht, sage ich,”ja, der Vater”. “Geht es ihm nicht gut ?” fragt sie langsam, mich nicht aus den kleinen Augen lassend. “Nein”, sage ich, “er ist so alt wie Sie, krankes Herz, kranke Lunge …”  “Oh…”, sagt sie, sie wolle für ihn beten, ich sei ein Guter, hätte ihr sehr geholfen, und noch einmal wird sich überschwänglich bedankt.

Nachdem wir uns verabschiedet haben und ich die Heimfahrt angehe, denke ich, dass ein Gebet nie schaden kann, Fünfer hin, Fünfer her.

+

Wesel – ein Kurzbesuch

Wir sind geschäftlich unterwegs, sozusagen. Hintergrund ist unser sehr kleines Auto mit nicht wirklich guten Möglichkeiten, ein Rad zu transportieren. Oben drauf mag ich nicht, hinten dran ginge, wäre aber recht teuer, und hinein geht selbst bei Demontage der Laufräder nicht wirklich ein ganzes Rad. Also soll es ein Faltrad sein, derweil ich in der unmittelbaren Umgebung so allmählich die meisten guten Wege kenne. Zudem kann man mit den Dingern (gefaltet) auch Bus fahren, ohne Gefahr zu laufen, von irgend einem eifrigen Fahrer stehen gelassen zu werden. So ein Teil, offeriert relativ günstig eben in Wesel, möchte ich gern erwerben.

Der Handel ist schnell getan und es geht an`s ausprobieren, was das verstauen im Auto betrifft. Nach einigen vergeblichen Versuchen habe ich den Kniff heraus, ein ganzes Faltrad klapperfrei in einem etwas größeren Handschuhfach verschwinden zu lassen - voilà, geht doch :)

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Das geschäftliche ist also getan, jetzt haben wir Zeit und können uns ein wenig umschauen. Die Innenstadt von Wesel ist nicht wirklich eine Reise wert, alles Nachkriegsbauten, selbst der Dom ist restauriert bzw .rekonstruiert, ebenso die Fassade des historischen Rathauses. Es gibt noch eine Zitadelle, die wir aus Zeitgründen aber aussparen. Wesel hat historisch eine lange Vergangenheit als Festung und Garnisonsstadt, was ihr gegen Ende des zweiten Weltkrieges im Zuge der letzten Schlachten fast vollständig die Existenz kostete.

Bei der Einfahrt in die Stadt nehme ich unweit unseres Standortes auf dem Navi Wasser wahr, das muss der Rhein sein. Das Wetter ist zwar stürmisch, aber etwas aufgelockert, und so gehen wir in der Aussicht auf ein paar gute Bilder zum Wasser. Wieder spüre ich die Macht dieses alten, riesigen Stromes, der sich hier auf der Zielgerade auf seinem Weg Richtung Nordsee befindet.

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Am Wasser sowie auf dem flachen Land fühle ich mich mit meiner höheren Macht am stärksten verbunden, warum auch immer. Der Niederrhein ist diesbezüglich genau richtig – die Jacke gut bis oben an geschlossen und den Kragen hoch geht es gegen den Wind, es ist ein unbeschreibliches Gefühl.

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Und wieder Zeitzeugen – die zum Kriegsende noch gesprengte alte Rheinbrücke zu Wesel, es muss einst ein mächtiges Bauwerk gewesen sein. Auf Wunsch des Militärs wurden weite Teile an Land nicht wie üblich auf Dämmen gebaut, sondern Hochwasser-unabhängig auf steinernen Viadukten, die heute noch vorhanden sind, leider für uns nicht gut sichtbar auf der anderen Rheinseite. Beim Anblick der Überreste überkommt mich wieder dieses wohlvertraute, beklemmende Gefühl, sowie die immer wieder spürbare Fassungslosigkeit der  letzten großen Katastrophe, die hier in Deutschland seinen Ursprung hatte.

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Lange her – andere setzen deutlich sichtbar wohlvertraute Zeichen der Liebe auf den Ruinen. Auch die Kunst kommt nicht zu kurz, der große Vogel hat, so scheint es, witterungsbedingt so etwas wie einen heiligen Schein.

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Zum Schluss noch Bilder, die für sich sprechen …

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Viele Fragen

Derzeit beschäftigt mich eine Beitragsserie nebenan auf der Wupperpostille, bestehend aus täglich drei Fragen. Basis hierzu ist eine App der evangelischen Landeskirche Hannover, die XRCS.  Alltäglich meldet sich die App also dreimal zu unterschiedlichen Zeiten und fragt dezent nach, ob ich Zeit für eine kurze Unterbrechung habe. Die Fragen sichere ich mir als Screenshot und bastele zusammen mit meinen Antworten daraus täglich einen Eintrag. Das Ganze läuft über 30 Tage, ergibt zusammen also 90 Fragen.

Die Fragen sind auf den ersten Blick unverfänglich, beziehen sich manchmal auf den Augenblick, manchmal auf Vergangenes, laden gelegentlich zum tiefer graben ein, regen aber in jedem Fall zum nachdenken, nachspüren an. Ich habe mir zwei Tage „Vorlauf“ zugestanden, d.h., die täglich veröffentlichten Beiträge sind schon zwei Tage alt. Die mögliche automatische Veröffentlichung habe ich deaktiviert, was den Vorteil hat, dass ich den geschriebenen Entwurf kurz vor der manuellen Veröffentlichung noch einmal querlesen kann – es kommt öfter vor, dass noch etwas korrigiert, ergänzt oder gelöscht wird. Manche Fragen müssen einfach ein wenig abhängen, ähnlich wie Wurst ;)

Was macht das mit mir? Es verhält sich ähnlich wie beim schreiben meiner Lebensgeschichte, meine Suchterkrankung betreffend. Der Spagat besteht für mich damals wie nun wieder darin, einerseits bei der Wahrheit zu bleiben und anderseits abzuwägen, wie viel davon ich in welcher Weise veröffentlichen möchte.

Also – wer möchte – viel Vergnügen und besinnliche Momente beim lesen nebenan. Es darf auch gerne mitgemacht werden :) . Oder vielleicht „zieht“ sich der eine oder andere die App und beantwortet die Fragen für sich im Stillen.

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Maqluba

Vielleicht geht es dem einen oder anderen ja ähnlich wie mir, der bis gerade eben noch keine rechte Ahnung hatte, was genau man den Gästen Weihnachten vorsetzen könnte. Es sollte etwas sein, was am Tag des Geschehens nicht stundenlange Aufmerksamkeit erfordert, also eher gut vorzubereiten ist, um dann recht zügig fertiggestellt zu sein. Wer will schon dauernd in der Küche sein, wenn liebe Menschen anwesend sind ?

Inspiriert von meinem arabischen Kollegen, der das schon öfter sehr lecker hinbekommen hat, entscheide ich mich für den palästinensischen Eintopf namens Maqluba, das heißt auf deutsch nichts anderes als umgestürzter Topf.  Wie man schon auf den verlinkten Bildern sehen kann, sieht kaum ein Gericht dem anderen ähnlich, so viele Varianten gibt es davon. Also entscheide ich mich für einen “Testlauf”, unter Berücksichtigung der mir bekannten Garzeiten, um Erfahrung zu sammeln und mich nicht am Tag der Tage zu blamieren. Außerdem habe ich Hunger und der Restbestand an Gemüse muss aufgebraucht werden.

Am Werkzeug braucht es das übliche Equipment von Koch- Hack- und Zöppkesmesser, Schäler, Pfanne, Topf, sowie Schneidebrett. Eine Besonderheit ist das umstürzen, dazu braucht es neben dem Topf eine passende Anrichtplatte, Backblech oder eine Auflaufform, wo der Topf gut hinein passt, Achtung, die Griffe dürfen dabei nicht stören.

Die Zutaten:

Was da ist, wird genommen. Alles Gemüse nach Saison passt irgendwie, dazu, wer mag, Fleisch, ich entscheide mich für Tofu-Geschnetzeltes, also eine vegane Variante. Die Liste unten reicht für gut 4 Portionen

  • Ein Pack Tofu-Geschnetzeltes, vorgebraten, 180 Gramm, alternativ Tofu-Hack, erhältlich in den meisten Kühltheken der Supermärkte.
  • 3 kleine Kartoffeln
  • 2 kleine Zwiebeln
  • 2 große Möhren
  • 1 Zucchini
  • Eine Handvoll übrig gebliebene Cherrytomaten
  • 4 Knoblauchzehen
  • Ca. 0.2 Liter Basmatireis
  • Ungefähr das doppelte an Wasser
  • Gemüsebrühe
  • Olivenöl, Steinsalz, schwarzer Pfeffer, Kurkuma und/oder Cumin (Kreuzkümmel)

Die Zubereitung:

Gemüse waschen und schneiden, die Größe hängt von der Garzeit des Reis ab. Also schneide ich die Möhren in grobe Würfel, die Zwiebeln zu Ringen, die Zucchini in große, gerade noch mundgerechte Streifen, die Kartoffeln in dicke Scheiben. Kleiner wäre schlecht, damit nicht alles verkocht hernach.

Möhren, Zwiebeln sowie den Tofu brate ich heiß und kurz an, die Zucchini ebenso. Den Topfboden leicht mit Öl einpinseln, damit die Kartoffelscheiben, welche als erstes in den Topf gehen, nicht beim umstürzen hängen bleiben, wie mir gerade geschehen. Darüber kommen die angebratenen Zutaten, darauf wiederum die klein geschnittenen Tomaten und der gehackte Knoblauch. Gesalzen und gewürzt habe ich bereits in der Pfanne, außer mit Kurkuma, der mag keine große Hitze und kommt jetzt mit den Tomaten in den Topf. Zum Schluss kommt oben auf der gewaschene Reis. Gemüsebrühe hinzu und so vorbereitet kann der Topf erst einmal stehen bleiben oder auch transportiert werden.

Der Trick ist, dass alle Gar- und Röstaromen, die Gewürze sowie der Geschmack des Gemüses mit dem aufsteigenden heißen Dampf den Reis durchziehen und so ebenfalls garen. Dem Topf nur kurz aufkochen lassen, dann herunter auf kleine Hitze köcheln, eine knappe halbe Stunde reicht. Der Reis braucht durch das “Dampf-garen” ein wenig länger als beim kochen. Anschließend den Topf noch eine Weile bei ausgeschalteten Herd ruhen lassen, Insgesamt beträgt die Zubereitungszeit des vorbereiteten Topfes so ca. 45 Minuten.

Dann der spannende Augenblick …Handschuhe oder Topflappen sind hilfreich.

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Fazit: Testlauf gelungen, bis auf das eine oder andere noch etwas knusprige Reiskorn. Hätte vielleicht einen Ticken mehr Wasser, Brühe sein können. Wer mag, viel Freude beim nachkochen und Mahlzeit !

PS: Dazu passt sehr gut eine Joghurt-Knoblauch-Sauce ;)

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Absurd(ismus)

Manchmal gerate ich über scheinbar unverfängliche Diskussionen an die uralten Gegensätze der Menschheit. So geschehen HIER in einem Kommentar, den Sinn des Lebens betreffend. Die Vorgeschichte dreht sich um die vertrauten und altbekannten Ersatzbefriedigungen wie das Saufen oder das Fressen, oder, um es etwas gewählter auszudrücken, maßlose Nahrungs- und Genussmittelaufnahme.

Im Kontext mit der inneren Leere, die solch süchtiges Verhalten befeuert, gerate ich also wieder einmal über die alte Frage nach dem Sinn des Lebens (irgendwie normal für einen wie mich, der keine Lust auf Smalltalk hat …) zu dem im oben verlinkten Kommentar angesprochenen scheinbaren Unterschied zwischen den Begrifflichkeiten Sinn-los und Sinn-frei, werde als Antwort auf den Absurdismus unseres Daseins und seiner interessanten Definition auf Wikipedia verwiesen. Laut Camus gibt es Wiki zufolge drei Möglichkeiten, mit den Absurditäten des Lebens umzugehen:

  • Selbstmord, der gleich wieder verworfen wir, weil dieser auch die angenehmen Seiten des Lebens abschneidet.)
  • Religion, der Glaube an eine Existenz über dem Absurden, was laut Camus, weil scheinbar realitätsverweigernd, einem philosophischem Selbstmord gleichkäme und so gleichfalls  verworfen wird.
  • Die Annahme des Absurden durch Akzeptanz dessen, ohne zu resignieren. Camus ` Lösung der Wahl…

Philosophie mag ich sehr, sie hilft dem Geist, sich die Welt zu erklären. Stunde um Stunde kann ich solcher Art mit ebenso geneigten Menschen verbringen, das kann sehr erkenntnis- und lehrreich sein, spannend und unterhaltsam allemal. Philosophie könnte also erfüllend sein und beinahe jeder Religion den Sinn absprechen, wenn – ja wenn dem Geist und seinem Handlanger, dem so genannten Intellekt nicht enge Grenzen gesetzt wären.

Das Grundproblem ist ja, dass all die Worte irgendwo auf dem Weg vom Kopf in`s Herz verloren gehen, sich bei mir nicht als ein tragfähiges Gefühl manifestieren wollen und so, obgleich sehr unterhaltsam, nicht geeignet sind, Vertrauen in das Leben als solches aufzubauen, ganz zu schweigen von der Begrenztheit jeder, wenn auch Abend-füllender Diskussion.

So finden sich beim näheren Hinschauen durchaus Berührungspunkte zwischen der von Camus als Lösung vorgeschlagenen Akzeptanz der Absurditäten des Lebens und manchen Aussagen auch der christlichen Religion, ich denke da spontan an das mir so vertraute Gelassenheitsgebet, welches im Grunde nichts anderes aussagt (Dinge hinzunehmen, die nicht zu ändern sind).

Wenn`s nur immer so einfach wäre. Das größte Hindernis auf dem Weg dahin ist unser Ego mit seinem vermeintlich freien Willen und seinem Hang zur Selbstüberschätzung (Dinge ändern zu wollen, die eben nicht zu ändern sind). Wobei das Ego an sich schon seinen Sinn hat, ohne ein Mindestmaß davon würden wir glatt verhungern, Camus` verworfene Lösung Nummer 1 lässt grüßen. Das Maß der Dinge also wieder einmal – die Auseinandersetzung damit scheint fester Bestandteil meiner Lebens-Lektionen zu sein.

Bis ich in diesem bewegenden Thema wieder einmal ein kleines Stück weiter kommen darf, übe ich mich ein wenig in Zerstreuung und eben darin, die großen Fragen des Lebens nicht unbedingt ernster zu nehmen, als sie sind.

Musik ist dabei hilfreich …

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Der stille Monat

So nennt man ihn, den November, mit seiner zunehmenden Dunkelheit und dem allgegenwärtigen Rückzug in der Natur. Auch die Seele begehrt nach einem gewissen Rückzug, Zeit für Einkehr, Innenschau oder Inventur, je nachdem, welchem Vokabular man näher steht.

Auf dem Tisch neben meiner Schlafstelle liegt stets so einiges umher, neben gewissen digitalen Toren zur weiten Welt auch immer mehrere Bücher, in denen ich je nach Gemütslage mal mehr, mal weniger lese. Derzeit warten dort zwei angelesene Exemplare auf mich, einmal „Finde deinen inneren Mönch“ von Tim Schlenzig, dem Autor des erfolgreichen Blog`s mymonk.de . Zum anderen der gedruckte Antipol dazu, „Das Liebesleben der Hyäne“ von Charles Bukowski, der auf wundersamen Wegen zu mir zurück gefunden hat. Zu Beginn meiner Abstinenz habe ich meine Bukowski-Sammlung an einem interessierteren Leser weiter gegeben, von daher ist es schon erstaunlich, wie anhänglich gewisse Literatur ist, ohne käuflich erworben worden zu sein.

Zur Besinnung, also der Jahreszeit entsprechend, passt natürlich die Suche nach dem inneren Mönch um Längen besser. Es liegt auch schon eine Weile dort, der November ist ja noch jung und mein Bedarf an spirituellen Ratgebern eigentlich im Laufe der Jahre mehr als gedeckt. Irgendwann ist es genug davon, dann geht es an`s ausprobieren via Versuch und Irrtum – Leben live sozusagen. Das Drehbuch dazu ist leider nicht im Fachhandel erhältlich und wird sowieso täglich aktualisiert.

Der innere Mönch also – habe ich mich noch ein weiteres Mal, inspiriert vom gelungenen Blog, zu einem solchen Seelenleitfaden verführen lassen. Ein Taschenbuch mit großen Buchstaben, was ein guter Trick ist, altersgerecht, sieht gut aus und es bedarf auf Seiten des Autors nicht ganz so viel Weisheit, ein kleines Buch zu füllen. Leider bin ich noch nicht über die ersten Seiten hinaus gekommen. Der Autor schildert zu Beginn seine unbefriedigende, berufliche Laufbahn und den Akt der Befreiung als Schriftsteller dann, gefolgt von der Aufforderung, jetzt endlich mal seine Träume zu leben, weil jeder Tag der letzte sein könnte. Dann – eine Doppelseite zum selber-ausfüllen, welcher Art die Träume so sind, was man als 8-jähriger so gemacht hat und wie man das wieder aufleben lassen könnte.

An der Stelle klappt der innere Mönch erst einmal mit einem lauten Geräusch wieder zu. Dem Autor bin ich nicht gram, der kennt mich ja nicht und hat wohl eher so standardisierte Kindheitsbilder vor Augen. Mir jedenfalls graust es bei der Vorstellung, noch einmal, und dann noch freiwillig, so zu sein wie damals.

Träume – lebe deinen Traum, heißt es allerorten. Wenn ich ganz ehrlich zu mir bin, fällt mir nicht wirklich etwas dazu ein. Zu groß sind gewisse Sachzwänge, zumindest für einige Jahre noch so weiter zu machen wie bisher, also wie gehabt jagen und sammeln in meinem Dasein als Industrie-Schauspieler. Danach – für die Zeit nach dem Erwerbsleben gibt es bislang nur eine Ahnung … es soll von Herzen kommen und mit Menschen zu tun haben, nicht oder falls, dann nur untergeordnet, mit Technik. Kochen kann ich, und schreiben. Und nein, ich hasse Kochbücher …

Ein schöner Traum ist es, einfach mal alle Menschen einzuladen, die mir irgendwie am Herzen liegen, mit denen ich mich teils auch über große Entfernungen verbunden fühle, abseits von irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen und / oder eher destruktiven Gefühlen wie zum Beispiel Eifersucht. Was so gar nicht zu der Liebsten und meiner eher zurückgezogenen Lebensweise passt, aber dennoch eine schöne Vorstellung ist. Menschen wie A. zum Beispiel, mit der mich das Thema Genesung und Glaube verbindet. Oder M., mit der ich nächtelang philosophieren könnte. Oder die H. aus wärmeren Gefilden, sie weiß so viel über Kräuter, über Naturkunde, und wie man sich zu helfen weiß, nicht nur handwerklich. Oder R., vor dessen Art, die Welt über die Kinder zu einem etwas besseren Ort zu machen, ich großen Respekt habe. Der sich darum bestimmt gut mit der Liebsten verstehen würde. Oder, oder, Sorry, ich kann euch nicht alle hier aufzählen, die Liste würde sehr lang und für ein Treffen wäre ein Tag viel zu kurz.

Tja, lieber innerer Mönch, allen Anschein nach musst Du noch ein wenig warten. Bis dahin sorgt Buko zwar nicht unbedingt für mein Seelenheil, aber doch für eine gewisse Zerstreuung, das eine oder andere schmutzige Grinsen – und für Dankbarkeit, so nicht leben zu müssen.

Was auch seinen Wert hat.

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Schon ein wenig Abschied

Gestern Abend galt es ein Geburtstagsgeschenk einzulösen. Zwei Eintrittkarten für ein Zusatzkonzert der Toten Hosen, für die Liebste und für mich. Mit dabei: Das große Kind samt Kumpel – das allein schon war Klasse. Selbst hätte ich mir nie vorstellen können, mit meinem Vater gemeinsam ein Rockkonzert zu besuchen und gemeinsam Spaß zu haben.

Das Mittel der Wahl zur Anreise war die Bahn – angesichts des zu erwartenden Verkehrschaos rund um die Düsseldorfer Merkur-Arena. Wir waren schon um kurz vor vier dort, ab vier war Einlass. Gegen halb sechs starteten die Vorgruppen, zunächst Düsseldorfer Lokalmatadore, die Rogers. Für meinen Geschmack ein wenig zu trashig, dagegen waren Feine Sahne Fischfilet echt Klasse. Mecklenburg kann also auch Musik und – der Sänger fand deutliche Worte zu dem, was man hierzulande als Rechtsruck bezeichnet. Respekt ! Als letzte Vorband spielten Billy Talent, laut, schnell, hart. Nicht so ganz meins, aber besser als die Nummer eins allemal.

Während dessen füllte sich die Bude, laut Hallenbetreiber liegt die Kapazität bei 66 000, mit Innenraumnutzung. Die Halle war fast ausverkauft … für mich war es schon sehr zwiespältig. Zuletzt bei so einem großen Fest war ich vor 21 Jahren, damals noch im alten Rheinstadion. Ein reichlich chaotischer Abend war das, mit allem, was so dazu gehörte. Leider auch mit einem tragischen Unglücksfall, von dem ich erst am nächsten Tag aus der Presse erfuhr. Jetzt also fand ich nüchtern dort hin, selbst den Tabak habe ich daheim gelassen (macht zu müde), angesichts der doch nicht unerheblichen Strapazen. Anreise, warten, insgesamt 5 Stunden Musik, Abreise, davon die meiste Zeit stehend. Man wird nicht jünger …

Im Zug schon jede Menge Freaks im gleichen Zustand wie ich vor gut zwei Jahrzehnten. Arsch voll, toll und laut. Skurril für mich, aber nicht befremdlich, da immer noch vertraut. In der Arena dann ging es vergleichsweise ruhig zu, wir standen hinten ziemlich mittig auf der Tribüne, gute Sicht und sehr geile Akustik, bei offenem Hallendach stimmte auch die Luft dabei, sehr zu meiner Freude. Ein wenig überraschend war schon, wie wenig Freaks sich so wie wir damals nach allen Regeln der Kunst abschädelten. Anstelle dessen mehr Familien, so Grauköppe wir wir samt Kinder. Reichlich vertreten auch die Mitvierziger, die die Hosen in den 90ern als Teenies schätzen gelernt hatten.

Das Repertoire – gut gemischt mit alten und neuen Stücken. Hoch professionell wie die Musik auch die Bühnenschau mit riesigen Video-Wänden, auf denen sehr gut gemachte Animationen zu sehen waren. Was macht all das mit mir, nüchtern, wie ich dabei stehe? Zunächst geht auch ausgelassen und fröhlich ohne Stoff, keine ganz so neue Erkenntnis, mittlerweile. Die neueren Stücke wie Tage wie diese sind nicht so meins, mir kam das Blut eher bei manchen Klassikern in Wallung.

Hier zum Beispiel, obgleich schon nah dran, an der 60 …

- In dem Kontext beste Grüße an T.G., hab`Friede, wo immer Du auch bist. Und auch Dir herzliche Grüße, G.W., so wie gestern schon kurz anderswo geschrieben. Hätte euch gefallen, der gestrige Abend !! -

 Oder hier …

Und hier erst … Gänsehaut pur.

Ebenso Gänsehaut inbegriffen, für einen Menschen, dem der Betrug von beiden Enden her bekannt ist …

Wenn ihr an etwas glauben wollt,
glaubt an euch selbst und nicht an uns …

Nichts mehr außer Erinnerung dagegen brachten mir die alten Sauflieder, die natürlich nicht fehlen durften, bei einem Heimspiel der Düsseldorfer. Zu viel passiert, mit mir, in all der Zeit. Zu viel hat sich bei anderen vergewahrheitet, in Sachen bis zum bitteren Ende.

Der Schädel, das Bandlogo – heute für mich eher ein Symbol der Vergänglichkeit, angesichts der vielen Jahre. Totenkult ? Nein, eher Gedenken. Verbunden mit dem Bewusstsein, ab und zu auch mal auf Gräbern tanzen zu dürfen.

DTH_sw

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Die Fischverkäuferin

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Der Samstag ist sein Haushaltstag, an dem alles mögliche erledigt wird, was so unter der Woche liegen bleibt. Wenn es trocken ist, fährt er dann gern mit dem Rad in die Stadt, seit wieder ein kleines Auto vor der Türe steht, ist er da ein wenig bequem geworden. Dennoch liebt er das Radfahren, man ist halt anders unterwegs, wacher, offener irgendwie.

Sein Weg führt ihn regelmäßig in einem großen Supermarkt, so ein moderner Kaufladen in XXL. Dort hat es auch eine kleine Fischtheke, gleich daneben ist eine kleine Cafeteria mit Stehtischen und ein paar Hockern. Fisch liebt er, seit er kein Fleisch mehr isst. Fast noch mehr allerdings liebt er die Magie mancher Augenblicke, die zu spüren er erst spät in seinem Leben gelernt hat. Es sind dies meist unspektakuläre Momente des Alltags, die sich irgendwie entwickeln. Oder auch nicht.

Zauber der Gegenwart.

So wie seine fast schon regelmäßigen Begegnungen mit der jungen Dame von der Fischtheke. Sie ist vielleicht irgendwo Mitte oder Ende Zwanzig, dunkle, freundliche Augen, ihre Figur eher untersetzt und ausgesprochen weiblich, seine Ahnen nannten diesen Typ Frau gerne “gut dabei”. Das mittellange, dunkle Haar ist ein wenig streng nach hinten gebunden, was ihrer Arbeit geschuldet sein mag. Obgleich ihm dieser Typ Frau schon gefällt, sind es weniger die Äußerlichkeiten, sondern eher das Strahlen, was von dieser jungen Dame ausgeht. Etwas, was vielen Menschen seiner Generation abhanden gekommen ist. Etwas Frisches strömt von ihr aus, eine absichtslose Freundlichkeit und eine Offenheit, für die man entweder sehr jung sein oder sich zumindest so fühlen muss.

Immer, wenn er also Samstags durch den Laden schlendert, schaut er, ob sie vielleicht Dienst hat. Dann kauft er Fisch, obwohl gerade möglicherweise keiner gefragt ist. Oder er lässt es, wenn sie nicht da ist, so wichtig ist der Fisch auch wieder nicht. Manchmal sitzt sie auf einem Hocker nebenan in der Cafeteria und macht Pause. So wie neulich, er kommt um`s Eck und sieht sie herzhaft gähnen. Nicht so ein verstohlenes Gähnen mit vorgehaltener Hand, sondern das ganze Programm, mit ungeahnten Einblicken. Zeichen großer Müdigkeit und er schließt auf einen recht ausgedehnten Freitag Abend ihrerseits. Da tritt er verhalten von der Seite an sie heran und spricht mit dunkler, ernster Stimme leise in ihr Ohr:

“Oh Herr, sie will mich fressen!”

Großes Hallo und Gelächter ist die Folge, das Maß an Peinlichkeit ist nicht wirklich der Rede wert. Ein flüchtiger Wortwechsel, gegenseitige beste Wünsche für das Wochenende, und er geht weiter seines Weges. Aufdringlich will er nicht sein, liebevoll vergeben ist er außerdem auch. Es geht ihm nur um die Magie des Momentes. Schon lange sitzt er nicht mehr in seinem selbst gebauten Kokon, diesen Wall aus Bewusstseins-verändernden Mitteln, der ihm die Welt einst zum vermeintlich eigenem Schutz außen vor ließ.

Er ist berührbar geworden, in jeder Hinsicht, spürt Regen und Sonne gleichermaßen. Schönheit aller Art kann ihn wieder beeindrucken und staunen lassen, wie irgendwann damals, als Kind. An guten Tagen strahlt er darum Offenheit und Ruhe aus, an weniger guten Tagen übt er sich wenigstens in Achtsamkeit sich selbst, seinen Mitmenschen und den Dingen gegenüber, wenn auch nicht immer mit dem gewünschten Erfolg.

Neulich fragt ihn die junge Dame an so einem Samstag, was er denn mache, dass er immer so gut drauf daher komme, voller Elan und Freude irgendwie. Beruflich? fragt er ein wenig unsicher, und nachdem sie nickt, verrät er ihr sein Tagewerk als Industrieschauspieler in einer großen Fabrik. Ach, und das macht Ihnen so viel Freude, meint sie amüsiert. Nein, antwortet er, er sei nun in dem Augenblick genau so, weil sie so sei.

Spieglein, Spieglein, denkt er, während er kurz darauf sein Fahrrad packt und heiterer Stimmung heim fährt.

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