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Gedanken

So viele Veränderungen habe ich erlebt, rückblickend dankbar und staunend. Etliche körperliche Beschwerden, die Hand in Hand einher gingen mit meinen seelischen Zuständen, haben sich größtenteils aufgelöst oder sich zumindest auf ein erträgliches Maß reduziert. Mich in Situationen wiedergefunden, die mir meine Grenzen aufzeigten, die mich lehrten, das auch Grenzen sich verschieben lassen. Langsam allerdings, mit viel Beharrlichkeit. Lebenslagen, die heute abgeschlossen sind und mir in dieser Form sehr wahrscheinlich auch nicht mehr begegnen werden. Vieles hat sich regelrecht aufgelöst, was damals unvorstellbar schien.  Anderes blieb mir erhalten, Charakterzüge, die wie die sprichwörtliche Scheiße am Schuh kleben. Die Grenzen der Wandlungsfähigkeit eben, dahinter bleibt nur das annehmen.

Die Themen ändern sich also fortlaufend. Die Einschläge kommen näher, sagen manche und meinen das, was auch ich immer öfter erlebe. Schwere Erkrankungen, erst weit weg und fremd, dann immer tiefer in den inneren Kreis eindringend. Der Tod, das große Finale, die Vollendung jeden Lebens. Aufmerksam schaue ich die Alten, wie gehen sie um mit dem letzten kleinen Rest Leben. Halten sie verzweifelt an irgend einem Status Quo fest, der aschgrau wirkt und längst überholt ist oder haben sie ihre Wahrhaftigkeit gefunden, wie immer das auch aussieht. Hadern sie mit ihrem gelebten Leben oder können sie es annehmen, wie es war, mit allen Licht und Schatten. Ist da  wirklicher, echter Friede mit jedem Tag, trotz zahlreicher Einschränkungen und Gebrechen oder wird die verbleibende Zeit damit verbracht, zornig fluchend ganze Seiten im Tagebuch rot zumarkieren.

Wie willst, wie kannst du es halten, später irgendwann, frage ich mich und weiß doch, das ich heute und mit jedem Tag dem Puzzle ein Teil hinzu füge. Was sich manchmal beängstigend und manchmal beruhigend anfühlt, je nach Tagesform. Ein alter Mensch fällt mir ein, dem man noch ein halbes Jahr versprochen hat, schul-medizinisch abgeschrieben, der schon lange über dem prognostizierten Limit lebte, damals, kurz vor seinem Tod, mit lachenden, lebendigen Augen.

Ein unglaublich faszinierender Anblick, so ein altes, lachendes Gesicht mit seinen zahllosen Falten und Gräben, auf einer Haut, die an altes Papier erinnert.

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Zum lesen

Jessy und Jim

von Arthur Brühlmeier

Ein faszinierender Roman, eine mystische Geschichte, die ursprünglich ein Kinderbuch werden sollte. Sie basiert auf der Annahme, das unsere Existenz mit dem Tode nicht erlischt, sondern das wir uns danach in einer jenseitigen Welt wiederfinden, deren Landschaften unseren Seelenzustand auf Erden entsprechen. Irdische Naturgesetze haben dort keine Gültigkeit, äußere Veränderungen gehen immer mit inneren Wandel und dem jeweiligen Erkenntnisstand Hand in Hand.

Das alles wird spannend in wechselnden Episoden erzählt, beginnend mit der Ankunft der kleinen Jessy dort, nachdem sie die Erde bei einem Autounfall früh verlassen musste. Ein dickes Buch, das mich derzeit fesselt…

Hier gibt es eine Website zu der Geschichte, auf der auch Vertriebswege verlinkt sind, seit ein paar Tagen gibt es auch das Hörbuch dazu. Ein Zitat aus dem Schlusswort des dazu gehörenden Booklets:

“Die Wahrheit kann man nicht besitzen. Man kann sie nur suchen, und wenn man glaubt, sie gefunden zu haben, entschlüpft sie einem wieder, und man muss weiter suchen, immer weiter. Es ist mit der Wahrheit fast  wie mit einem schillernden Regenbogen: Wie sehr man sich ihm auch nähern will – immer weicht er zurück. Und doch lässt er niemanden unberührt und weckt in allen Menschen die Sehnsucht, in seine wundersame Farbenpracht einzutauchen.”