Schlagwort-Archiv: Katzen

Neue Regale

Seit langen schon waren sie auf mehrfachen Wunsche einer einzelnen Person angedacht, seit einigen Tagen standen sie bereits vormontiert schön im Weg umher, aber heute dann war es endlich soweit: Die Bretter kamen an die Wand. Während ich noch die letzten Schrauben anziehe, schließen wir eine Wette ab, wie lange es wohl dauert, bis die beiden Gangster das neue Mobiliar okkupieren. Welche Wege sie wohl nehmen und wer der erste sein würde. Das Werkzeug haben sie mich noch einräumen lassen, eine kleine Kunstpause von vielleicht 3 Minuten folgte, die ich nutzen konnte, die Kamera zu holen und es mir an geeigneter Stelle bequem zu machen. Ganz großes Kino sozusagen.

Hier das Ergebnis, diverse Differenzen um die Platzwahl inbegriffen:

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Ein “M”

Großen Respekt habe ich vor Menschen, die mit mancherlei Bürden und unter widrigen Lebensumständen das Beste aus ihrem Leben machen und keine Scheu vor Verantwortung zeigen. Spätestens dann haben sie mein Herz gewonnen, wenn sie sich echt anfühlen, keine Rollenspiele spielen, keine Maskerade leben. Am Samstag waren wir bei solchen Menschen zu Gast. Ein kleines Haus mit viel Wärme und Herzlichkeit sowie mit vielen Kindern. Menschenkinder und – einige Katzenkinder.

Unsere beiden Bauern waren ja schon ein gutes Jahr alt, als ich sie kennen lernen durfte. Noch nicht so ganz ausgewachsen, aber schon lange keine Baby`s mehr. Die hier dagegen sind gerade drei Wochen alt…die Bilder sprechen für sich.

Die ganze kleine Familie, eines weiß wie die Mama, zwei getigert wie der Papa und eines schwarz. (Drauf klicken zum Vergrößern)

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 Ein schwarzer Silberblick…

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Beim  allabendlichen wiegen, mit genauer Buchführung. Die Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen…

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Und hier das “M”, mein persönlicher Favorit. Wenn hier noch Platz wäre…

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Es ist schon faszinierend, so eine kleine Hand voll Katze. Alles dran, wie bei den Großen, aber eben alles in XXS sozusagen. Das “M” schlief dann schlussendlich schön bei mir ein…

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Armin`s Katze

Paulchen hieß sie, die Katze Armin`s. Eine Weile habe ich überlegt, ob ich den unzähligen Katzen-Geschichten im Web noch eine weitere hinzu fügen soll, aber diese hier berührt mich aus gewissen Gründen auch persönlich. Zwar haben wir selbst Katzen, uns ist also wenig fremd von den Eigenheiten dieser Tiere, aber darum geht es bei Paulchen nicht. Darum also, die Geschichte ist selbsterklärend, sozusagen…

Armin war weiß Gott nicht immer der liebenswerte Mensch, der er heute ist. Vor langen Jahren soff er wie ein Loch, leider mit allen dazu gehörenden Begleiterscheinungen. An so einem total versumpften Abend kommt Armin also sturzvoll heim, mit ihm noch einige Taschen voller Lebensmittel. Er schafft es noch irgendwie durch`s Treppenhaus in seine Wohnung, verliert dann aber in der Küche die Orientierung, Kraft und Sinne machen sich rar, kurzum, er fällt stumpf um und schläft umgehend auf dem Küchenboden liegend ein.

Irgendwann in den frühen Morgenstunden wacht er auf, in einem fürchterlichen Zustand. Der mittlerweile gesunkene Alkoholpegel sorgt für blank liegende Nerven, die übliche Begleitmusik, wenn ein Rausch sich verflüchtigt. Paulchen hat derweil die Gunst der Stunde genutzt. Hungrig, wie sie ist, hat sie sich die umherliegenden Einkaufstaschen vorgenommen. Als Armin die Augen aufschlägt, bietet sich ihm also ein Bild, ähnlich dem eines frühzeitigen Opferfestes. Er liegt in der Mitte der geräumigen Küche, um ihn herum verteilt recht gleichmäßig in einem fast sauberen Kreis aufgerissene Wurst- und Käse-Packungen sowie deren angefressener Inhalt. Armin`s Zustand lässt keine Einblicke in die wahren Ursachen die Lage zu, blind vor Wut greift er sich das arme Paulchen und wirft das bedauerenswerte Geschöpf in die nächstbeste Ecke.

Seitdem humpelt Paulchen.

In den folgenden Tagen und Wochen wird Armin von einem mehr als schlechten Gewissen geplagt. Was bist Du doch für ein Drecksack, denkt er reumütig und versinkt in Schuldgefühlen, sich derart an einem wehrlosen Geschöpf vergriffen zu haben. Bemüht, diesen entsetzlichen Ausbruch wieder gut zu machen, bringt er Paulchen darum alle möglichen Leckereien mit, die sie über alles liebt. Sie nimmt das alles mit gut gespielten Gleichmut an, allein das Humpeln will absolut nicht besser werden.

Das geht eine ganze Weile so, bis irgendwann Armin`s Tag sehr lang wird. Er kommt spät heim und ruft sofort nach dem Paulchen, das mittlerweile ziemlichen Kohldampf schiebt. Paulchen, Leckerchen! So schallt es durch die Wohnung und, was soll ich sagen, Paulchen kommt hungrig, wie sie ist, angerannt, vom Humpeln keine Spur. Bis sie Armin sieht, sofort ändert sich ihr Schritt und umgehend verfällt sie in`s bekannte Humpeln, damit auch ja die liebevolle Behandlung der letzten Zeit ihre Fortsetzung findet.

Mir ist nicht überliefert, wie genau die Geschichte ihre Fortsetzung fand. Vermutlich wird Paulchen irgendwann erkannt haben, das es ihr auch ohne das lästige Schauspiel gut gehen kann, wenn nur Armin Herr seiner Sinne ist. Ziemlich sicher wird sie auch gelernt haben, seine Zustände künftig gut zu analysieren und sich von ihm fern zu halten, wenn er wieder mal ähnlich unterwegs gewesen sein sollte wie an diesem verhängnisvollen Abend.

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Erschreckend menschlich erscheint mir das Paulchen in dieser Geschichte, zeigt sich doch mit ihren Verhalten deutlich, das Alkoholismus stets auch eine Familienkrankheit ist. Das ganze, kranke Spiel, bei dem alle mitspielen. Suchtbedingtes Fehlverhalten, Leid, schlechtes Gewissen auf der einen Seite. Die andere Seite spielt gut mit, findet Bestätigung und Erhöhung durch die gewonnene Macht aus dem schlechten Gewissen und der vermeintlichen Ohnmacht des anderen. Solange, bis jemand das Spielfeld verlässt. Sei es durch Einsicht oder Tod.

Was mir bleibt, ist Dankbarkeit, heute anders leben zu dürfen…