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5

Dieser Tage feiert der Wassertiger seinen ersten runden Geburtstag – 5 Jahre gibt es ihn schon. Entstanden aus Frust über eine damalige Blogger-Plattform, oder besser, über deren langsamen und qualvollen Tod. So, jetzt mach`s`et selbst. Die Geburt verlief glimpflich und natürlich auch ein wenig abenteuerlich – wer sich selbst hostet, muss sich natürlich um Belange kümmern, die sonst die Plattformen übernehmen. Was mal stressig ist und mal lehrreich, aber niemals langweilig 😉

So Zahlen – was sagt die Statistik? Bis dahin gab es ungefähr 67.000 Besucher, bei derzeit im Mittel rund 60 Besuchen am Tag. Davon waren und sind grob geschätzt die Hälfte Bots, die Einlass begehren, zwecks vermuteter dunkler Machenschaften. Realität im Netz eben.

Da bleiben immer noch ein Menge Menschen, die von den Suchmaschinen hierher gefunden haben – wobei manche Suchwörter mich mehr als einmal haben grinsen lassen. Dann gibt es eine auch recht stattliche Zahl derer, die mehr oder weniger regelmäßig hier gezielt reinschauen, sei es, weil sie vom Email-Abo geschubst werden oder von meiner Verlinkerei bei der Wupperpostille. Und ja, dort bin ich ebenso heimisch, weil eben niemand eine Insel ist, auch, wenn es sich dann und wann mal so anfühlt. Was für mich kein Widerspruch zu meiner grundsätzlichen Skepsis den großen Plattformen gegenüber darstellt. Und am Ende gibt es noch so knapp ein Dutzend ganz beharrlicher Leser-Innen, die hier regelmäßig kommentieren, was mich besonders freut.

Zeit, euch

Danke

zu sagen.

 Natürlich ist so ein Geburtstag auch Anlass, mal darüber nachzudenken, was ich hier eigentlich tue und ob das noch irgendwie vor mir selbst Bestand hat. Mal berichte ich, mal erzähle ich, mal übertreibe ich, mal freue ich über des Lebens heiterer List. Die Themen oder Lebensbereiche sind oft autobiographisch gefärbt, Mal schreibe ich selten, mal öfter, mal ernsthaft, mal stehe ich eher auf dem Rummel und jongliere mit Worten, um mich daran zu entzücken und euch zu unterhalten. Eitle Selbstdarstellerei? ja, manchmal auch das. Schwerer wiegt mir allerdings der Spiegel meiner selbst, wenn ich ab und zu alte Beiträge lese und mich frage, ob  und wenn in welcher Form ich mich von damals bis heute verändert haben mag. Manchmal kommen natürlich Zweifel, wie lange der Wassertiger wohl noch Bestand haben mag. Man wird sehen.

Erst einmal gibt es etwas zu feiern

Gut ist.

*

 

 

27

Es ist jedes Jahr das gleiche, seit 27 Jahren. Der Erzähler lässt sich feiern und im Radio kommt jedes Jahr die gleiche Meldung, an diesem Tag. So wie heute wieder. Vor 27 Jahren erstickte das chinesische Regime Proteste ihrer Bevölkerung gegen Korruption, Machtmissbrauch und Willkür im Keime, indem sie auf ihr eigenes Volk schießen ließ, Panzer in Menschenmengen fahren ließ. Bis heute hat es keine Gerechtigkeit für die vielen Opfer dieses Tages gegeben. In China ist es verboten, über die Ereignisse nur zu sprechen, geschweige denn zu demonstrieren, wenn man von Hongkong mal absieht, wo öffentliche Erinnerung in gewissen Rahmen zumindest geduldet wird.

An dieser Stelle ist es mir ein Bedürfnis, zu betonen, das ich mich für die Doppelmoral der Regierung meines Landes tief schäme, die einerseits keine Skrupel hat, mit dem Land der Schlächter des 4. Juni glänzende Geschäfte zu machen. Andererseits da, wo es Geo-politisch opportun erscheint, einseitiges, lautstarkes Getöse vernehmen lässt, gerade dann, wenn es sich dabei um Russland handelt.

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Gar nicht so leicht, jetzt an dieser Stelle die Kurve zu kriegen, von der Schwere der Geschichte  hin zur Leichtigkeit dieses Tages, für mich persönlich. Multipliziert man 27 mit zwei, ergibt das heute das Lebensalter des Erzählers, der sich an der Stelle freut, dieses so kritische Alter schon verdoppelt haben zu dürfen.

Janis hat das nicht geschafft, ist in den ersten 27 hängen geblieben. Ein Lied von ihr freut die deutsche Krämerseele bis zu heutigen Tag…

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