Unvergessen

Keine leichte Kost, aber sehr bewegend.

So gesehen letzten Sonntag im Cinema hier im Tal. Wir hatten am Ende beide Tränen in den Augen.

Wer spricht heute noch von den Armeniern… (GröFaZ)

Die Osmanen waren sein Vorbild im Geiste. Das Prinzip des Sündenbockes zwecks Ablenkung vom eigenen Versagen, vom drohenden Untergang und zur Schaffung eines einenden Feindbildes hat er übernommen, verbunden mit preußischen Pflichtbewusstsein, Beamtentum und industriellen Know-how der Zeit. Seit nunmehr fast 70 Jahren erinnert sich eine ganze Nation fassungslos an das Geschehene, spricht von Machtergreifung und verdrängt schlimmstenfalls, das die damaligen Verhältnisse das Resultat von Wahlen (im Verbund mit unsäglichen politischen Ränkespielen) waren. Im Gegensatz zu den Nachfolgern des osmanischen Reiches, die bis heute allenfalls von unvermeidlichen Leid im Zusammenhang mit dem ersten großen Krieg sprechen.

Uneingestandenes schafft Raum zur Wiederholung. Die Gefahr besteht immer und die Zeichen waren auch hierzulande deutlich, in jüngerer Vergangenheit. Unsere so genannte Zivilisation ist nur ein dünnes Mäntelchen über dem Raubtier. Ändern sich die Zeiten und mangelt es irgendwann breiten Mehrheiten am Nötigsten, kommen die Geister der Vergangenheit wieder an`s Licht. Das ist gemeint, wenn Politiker heute von Systemrelevanz sprechen.

Innerer Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, vom Individuum bis zum Staat.

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3 Gedanken zu „Unvergessen

  1. Uschi

    Schade, habe gleich mal nachgesehen, ob er bei uns im Kino läuft,
    aber leider nicht.

    Würde mich auch sehr ansprechen, was ich im Trailer sah und wie du davon berichtest hast.

    Themen, die leider immer weniger zu großen Filmen werden !!!

    Ein lieber Gruß

    Uschi

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  2. gerlintpetrazamonesh

    Niemand. Denn deutsche Politiker reisen ja lieber nach Aserbeidschan und verkaufen der Türkei, der heutigen, wohlgemerkt, Waffen (die dann gegen Kurden, Griechen, Zyprioten und, nicht zuletzt, über dieses Aserbeidschan gegen Armenien gerichtet werden). Aber Deutschland war ja auch damals mit der Türkei verbündet. Wieso also von Armeniern reden?
    Andererseits versteht man in Deutschland türkische Befindlichkeiten all zu gut. Man war ja mal groß! Ehrlicherweise müßte man ja sogar zugeben, dass die nationale Schande, die noch heute jeden Chauvinisten plagt, des verlorenen ersten Weltkriegs die Türken, sprich Osmanen, und Österreich – Ungarn ungleich härter traf, als das damalige deutsche Reich.
    Und das Zarenreich, eigentlich auf der Siegerseite…
    Aber die russischen Befindlichkeiten werden abgetan. Eigene Großmachtsphantasien oder die von Verbündeten, nominell Verbündeten sind schließlich etwas anderes.
    Das macht die russischen Großreichseinbildungen nicht besser und schon gar nicht ihre Umsetzung. Aber! Wo gestorben wird, auch wer, ist doch eigentlich egal: all diese Vorgehensweisen sind schändlich. Und dürfen nicht unterstützt werden. Nirgends.
    Ach ja, sprich gegen eine Wand…

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