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Nachts

Der große Saal in dem ehemaligen Filmstudio ist mit einem schwarzen Vorhang ein wenig reduziert und allmählich wird es voller. Bunt gemischtes Publikum, in der Mehrzahl so um die 40 vielleicht, aber auch einige in unserem Alter und einige jüngere. Hier ein Punk, dem man sein Leben wie auf einer alten Landkarte im Gesicht ablesen kann, dort ein headbangender Metal-Freak. Tattoos allerorten, stilistisch kann man in dem Laden nichts falsch machen, was meiner mit mir in Würde gealterten Garderobe sehr entgegen kommt. Selten sind solche Ausflüge geworden, derweil sie meist im Tageslicht münden, mit Auswirkungen auf den Folgetag. Was uns jetzt nicht groß kümmert, Regen ist versprochen und da gibt es dann Ruhe genug.

Die Musik ist laut und sagenhaft bass-lastig im Bauch zu spüren. Selten mal ein Ausrutscher in`s poppige, meist bleibt es schnell und hart. Hier und da dringen Gesprächsfetzen durch die laute Musik, Mimik spricht für sich. Gerüche vermischen sich zu einer Wand aus Ausdünstungen aller Art. Früher kam noch Tabakrauch dazu, das ist dank der verbreiteten Militanz der Nichtraucher vorbei. Dafür wird draußen im Biergarten kräftig gequalmt und ein etwas genauerer Blick offenbart in dunklen, regennassen Ecken Männlein und Weiblein, die gut mit sich selbst beschäftigt sind.

Wieder stehe ich mit der Liebsten und Freunden in der Wand aus Musik und Sinnlichkeit. Nur umher stehen macht Rücken- und Knie-Probleme auf die Dauer und so lassen wir uns treiben vom Sound, kommen in Bewegung, was sich ausgesprochen gut anfühlt. Gedanken aller Art treten für den Moment zurück, machen Platz für den gewaltigen Bass im Bauch.

Am frühen Morgen trennen sich unsere Wege wieder daheim im Tal der Wupper. Bis zum nächsten mal, dann wieder ruhiger vielleicht. Dort hin kann man ja immer mal wieder, es wird wohl weiter gehen im ZAKK, den jeweils ersten Samstag im Monat dann etwas schneller als üblich.

2014-07-06_02.23.01