Stachel im Fleisch – Intermezzo

Der letzte Eintrag schließt Ende der 80er Jahre. Enttäuscht sind möglicherweise nun wohl eher diejenigen, welche aus den ersten Einträgen auf den Themen-Schwerpunkt Musik / Rock`N Roll geschlossen haben und anstelle dessen nun eine Art Lebensgeschichte mit der Haupt-Thematik Sucht vorfinden. Hier kann ich versichern, das für mich beides schon in gewisser Weise zusammen gehörte, damals zumindest. Heute ist das natürlich anders, sonst könnte ich ohne Durst an keinem Radio vorüber gehen. Musik hat heute für mich den Stellenwert, der ihr zusteht. Den der Unterhaltung, Zerstreuung, Katalysator zum nach- und aufspüren, kanalisieren von Stimmungen hauptsächlich. Schlicht Spaß daran haben, auch, wenn vieles Erinnerung-behaftet bleibt, positiv wie negativ.

Einige Schwierigkeiten gibt es derzeit beim weiter schreiben, den fünften Teil eben, der in die 90er Jahre geht. Ein für mich sehr ereignisreiches Jahrzehnt. Wie fasse ich solche Jahre auf ein paar Seiten zusammen, reduziert auf ein diesem Blog angepasstes Format. Wie den roten Faden behalten und mich eben nicht in zahllosen Details zu verlieren. Selektieren all das, was aus den Tiefen so aufsteigt – was genau davon kann hier preisgegeben werden und was nicht, gerade auch mit Blick auf die Wahrung der Anonymität anderer. Auch, wenn nirgendwo Namen auftauchen – das Bergische Land ist ein etwas größeres, gallisches Dorf und manch geneigter Leser weiß sowieso, wer hier wo gemeint war.

Andere Schwierigkeiten stellen sich hingegen eher nicht. So bin ich weder eine sogenannte Person des öffentlichen Interesses, noch beabsichtigte ich, in diesem Leben weiter führende Karriere zu machen. Weiter wird es also gehen, wie und wann auch immer.

- Fortsetzung- 

~

 

 

6 Gedanken zu „Stachel im Fleisch – Intermezzo

  1. Uschi H.

    Eine einfache Thematik ist es keinesfalls,
    aber ich habe es schon richtig verstanden, das diese Blogs autobiografisch sind.

    Kannst du es denn nicht so machen, wie es bei WordPress möglich ist
    und deine Blogs privat mit Passwort versehen ?

    Manchmal möchte man eben nicht die ganze Welt mitlesen lassen ;-) .

    Freue mich wenn es die Fortsetzung gibt,
    weil es auch einen Teil meines Lebens widerspiegelt.

    Bis bald und liebe Grüsse

    Uschi

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    1. Reiner

      Hallo Uschi,
      verschlüsseln kann ich hier ebenso, ich benutze ja die gleiche Software wie Du bei WordPress.com. Auch daran habe ich schon gedacht, allerdings widerspricht die Begrenzung eigentlich dem Wesen des Blogs. Möglich wäre auch, den Beitrag zu teilen, in einem öffentlichen und einem nicht öffentlichen Teil. Ich weiß es noch nicht, denke noch darüber nach...
      Lieben Gruß, Reiner

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  2. Bisou

    Vielleicht fällt dir das Schreiben leichter wenn du es erst mal als “Tagebuch”, also nur für dich selber schreibst, völlig losgelöst vom Gedanken an etwaige Erwartungen deiner Leser.
    Wenn das steht nachlesen und abändern wo es gilt Personen zu schützen.

    Vergiss uns eine Weile, das ist der beste Weg zu deinen Worten zu finden :)

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  3. Potenzialtrainer

    Als hätte ich ein Tagebuch von mir in die Hände bekommen. So lesen sich deine Erfahrungen und Wochenenden wie meine von damals.
    Mein Vater ist dem Alkohol 1988 mit 48 Jahren zum Opfer gefallen und ich war auf dem besten Wege ihm zu folgen.
    Im Gegensatz zu dir verlor ich 3 mal meinen Führerschein und konnte ihn wegen des Saufens 18 Jahren lang nicht mehr bekommen. Damals nannte ich mich (weil, leugnen das sichere Zeichen von Sucht gewesen wäre) ein Alkoholiker der nicht gefährdet sei. Das soll zwar unmöglich sein, aber wenn ich mich heute betrachte muss es stimmen.
    Vielleicht brauchen wir die Täler, um die Gipfel der Berge schätzen zu können. Wie es auch ist, wir leben (noch) wieder. LG

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    1. Reiner Artikelautor

      So kommt nichts von ungefähr. Viele spirituell Suchende (und Findende!) haben mit einer ähnlichen “Karriere” wie wir gestartet.

      Ein Alkoholiker, der nicht gefährdet ist. :) In gewisser Weise kenne ich das Spiel mit Worten, das sich -zurecht-legen der “Realitäten”. Da wird geschoben, bis es scheinbar “passt”. Heute bin ich davon überzeugt, das Alkoholismus nicht heilbar ist, eben nur durch Abstinenz zum Stillstand gebracht werden kann.

      Ja, das ist wohl so. Ohne die Erfahrung der Abgründe fehlte vermutlich die Wertschätzung und die Dankbarkeit für die besseren Zeiten.

      Danke für Deine Offenheit!

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