So Titel

Ich darf das, ich habe dieses oder jenes oder zugleich von mehreren etwas.

Das sind so Sätze, die ich heute nur noch schwer hören kann. Wenn Menschen sich hinter ihren verordneten Titeln zurückziehen und meinen, sie dürften sich daraufhin einiges erlauben. Nicht, das ich die Vergabe eben solcher Titel grundsätzlich in Frage stelle. Krankheitsbilder im Sinne der Schulmedizin brauchen halt ihren Namen, zwecks Kategorisierung, Therapie und Medikation, die viel zu oft aus Kostengründen anstelle einer wirklich weiter helfenden Therapie steht.

Wo aber liegen die Grenzen in dieser großen Grauzone zwischen handfesten Charaktermängeln und bekannten Krankheitsbildern? Was genau ist ein grundlegender Charakterzug und was ist krank? Wo oft genug der Schulmedizin nach das eine Teil des anderen ist. Es macht mich heute wütend, wenn manche Menschen es sich so einfach machen. Ich darf das, weil… Freifahrtschein, hurra. Rückzug hinter`s Krankheitsbild, und passt bloß auf, wie ihr mit mir umgeht.

Selbst habe ich auch so meine Titel, mit denen ich gelernt habe, zu leben. Die ich bewusst nicht einsetze, um mich zu rechtfertigen oder mir Vorteile zu verschaffen. Das könnte mir gefährlich werden. Vielleicht zieht das ja mal wer in Zweifel und vielleicht macht mir das dann auch noch etwas aus, gerade, wenn ich mir von der Welt einen Bonus erhoffe. Dann könnte ich mich genötigt sehen, der Welt zu beweisen, wie recht ich habe. Den Preis dafür muss ich allerdings selbst zahlen. Das erledigt die Welt leider nicht für mich. Einen eindeutig zu hohen Preis, meine körperlich-, geistig-seelische Gesundheit eben.

Anders ausgedrückt könnten die Geister, die ich selbst herauf beschwöre, bloß, weil sie mir vertraut sind, irgendwann ihr Eigenleben führen. Da leiste ich mir lieber manchmal besagte Wut und bin dankbar, wieder an solche Stolperfallen erinnert zu werden.

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3 Gedanken zu „So Titel

  1. Uschi

    Wusste nicht gleich, was du mit dem Wort *Titel meinst,
    aber nachdem ich es mir ein zweites mal durchgelesen habe, hat es klick gemacht.

    Ja lieber Reiner,
    man kann sich nicht hinter jeder Krankheit verstecken, um Narrenfreiheit zu haben.

    Die Menschen, die so etwas tun, tun es entweder bewusst, was mich sehr erschreckt,
    oder wissen es nicht besser. Entschuldbar ist es im ersten Fall aber keinesfalls.

    Einen lieben Gruß

    Uschi

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  2. bisou

    Es muss nicht alles vorne in Grossbuchstaben auf dem Etiket stehen, für die die damit umgehen gehört es aber in die Liste der Inhaltsstoffe… hinten im Kleingedruckten… wenn wir den Mut dazu haben.

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  3. Jimmy

    Schöne NEUE Welt , leider ist es ja so das heute sehr viele Menschen sich den Chemischen Tot aussuchen was erschreckend ist. Jeder fällt mehre male im Leben hin aber deshalb sofort zu “CHEMOTHERAPIE” Greifen??
    Jeder Mensch ist grundsätzlich dazu in der Lage sich mit sich selber auseinander zu setzten was ganz Natürlich ist.
    Nur so kann man das Päckchen was jeder Mensch mit sich trägt verarbeiten und neu Durchstarten bzw wieder mit sich selbst in reine kommen.
    Leider ist die Gesellschaft heute von Angst zerfressenen und versuchen ihre Krankheitsbilder auf andere zu proizieren um von ihren Unzulänglichkeiten abzulenken was armselig ist! Und mal am Rande ich habe mehr als einmal alles verlohren im Leben und stehe trotzdem immer wieder auf aufgeben geht einfach nicht,und das ohne “CHEMOTHERAPIE”.
    Denn meinung nach wenn man fällt Mus man den Weg durch die Hölle auch zu Ende gehen, den jedes Ende ist ein neuer Anfang!! “Schließlich ist es kein Zeichen von Gesundheit sich an von Grund auf
    Kranke Menschen gut anzupassen.!”Siehe Zitat leider Gottes ist es so wenn man die chemokeule mit macht…
    Gruß Jimmy
    “Zitat
    Die Gefühle der Behandelten mögen sich zwar oberflächlich verändern, Unwohlsein, Ratlosigkeit, Angst und Verzweiflung durch die angewendeten Maßnahmen manchmal unterdrückt werden: all die unangenehmen, als krank definierten Gefühle, Ausdruck von Lebensproblemen sozialer und psychischer Natur, bleiben bei den Betroffenen. Die Chemobehandlung bewirkt, dass nur noch sie selbst von ihren Gefühlen gestört werden, sofern sie diese überhaupt noch spüren. Entäussern können sie diese Gefühle jedoch nicht mehr, sie sind quasi chemisch geknebelt.”

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