Schon gut möglich

Schon gut möglich.
Das da einst jemand lebte.
Mit heilenden Kräften
Mit Charisma
Mit Mut

Jesus eben

Ein Mensch war er, was sonst. Ein besonderer bestimmt, auserwählt. Im Kern wird schon irgend etwas daran sein, von dem, was die Schreiber des dicken alten Buches verewigt haben. Auch, wenn die Geschichte zum eigenen Machterhalt und zum dumm-halten des Volkes bis in`s Asch-graue aufgebläht wurde. Niemand kann an den Naturgesetzen vorbei, kein Geist hat diese Macht. Auch Jesus hatte sie nicht, das gehört für mich in`s Reich der Märchen.

Besonders war er schon, bestimmt.

Gottes Sohn – die Vorstellung macht ihn sympatisch, das nimmt meiner höheren Macht die Strenge. Da gab es mal wen, der mich verstehen würde, ohne mich zu verurteilen. Der mit Sicherheit auch so seine Versuchungen hatte. Der lernen durfte, ihnen zu widerstehen. Der in einer Zeit von Vergebung sprach, in der vermeintlich illoyalen Menschen kurzen Prozess gemacht wurde. Der Liebe lebte und predigte, während nebenan Menschen grausam zu Tode kamen. Der aus Liebe zu seiner höheren Macht eher einen grausamen Tod wählte, denn sich selbst und seinen Glauben zu verraten. Wer weiß, vielleicht stimmt es auch, und Jesus war wirklich Teil eines großen Planes, uns von unserer Schuld zu erlösen, indem er diese auf sich nahm.

Mit Sicherheit würde er sich allerdings heute voller Scham umdrehen, wenn er sehen könnte, wie sein vermeintlicher Geburtstag hier auf Erden “gefeiert” wird. Einer, dem das Kotzen käme, müsste er ertragen, wie das bigotte Abendland derzeit seinen Anteil am Elend nebenan leugnet, ängstlich seine Pfründe hütet, den Nächsten zum Teufel wünscht und verbissen seine “traditionellen Werte” verteidigt..

Für mich ist er auch nicht der vorbildlich Leidende gewesen, der so gern gezeigt wird, um den Menschen den Mangel als Gottes Wille zu verkaufen und somit die Massen zu beruhigen. Ein Mutiger war er, einer, der sich Zeit seines Lebens für die Schwachen und Rechtlosen eingesetzt hat. Einer, der sich nicht scheute, falsche Heilige mit der Peitsche aus dem Tempel zu jagen.

Macht das Haus meines Vaters nicht zu einem Kaufhause!

Bestimmt hätte ich ihn gemocht.

*

PS: Dieser Eintrag sollte eigentlich ein harmloser, kleiner Kommentar zu einem anderen Blog werden. Wie das schon öfter vorkam, geriet das Ganze ein wenig aus dem Rahmen und darum hier her. Deshalb an dieser Stelle Danke, Ananda :)

10 Gedanken zu „Schon gut möglich

  1. Bisou

    Liebe gelebt, lieber gestorben als seinen Glauben zu verraten… das haben andere auch.

    Das was ihn für mich besonders machte war, dass er auferstanden ist, das war das Besondere was er mir schenkte.

    Als ich letztens über Endlichkeit schrieb fragte ich mich woher ich mein so positives Verhältnis zum Tod habe, denke hier drüber steht die Antwort :)

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    1. Reiner Artikelautor

      Die Naturgesetze – gab es eine Ausnahme? Woran ich glaube, ist, das niemand nach seinem Tod “verschwindet”. So wie niemand aus dem “Nichts” auf Erden kommt. Sie sagen, ER ist wieder auferstanden. Im übertragenen Sinne wird das stimmen.

      Positives Verhältnis – ich nehme sie an, meine Endlichkeit. Weil sie zum Leben gehört. Weil ich dort, wo ich dann sein werde, geborgen bin. So, wie ich mich zu Lebzeiten schon fühlen darf, wenn ich mich zeitig daran erinnere ;)

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  2. Uschi

    *yepp…
    schon gut möglich,
    ist eine Überschrift, die nicht nur zum Nachdenken anregt,
    sondern auch zu Gegenargumenten ;)
    Ich mag ja den Disput und nicht nur einen Kommi, weil es so gar nicht enden kann,
    aber ich sag auch ganz ehrlich, mir ist die Wissenschaft näher, als der GLAUBE !!!

    Es tut aber sehr gut, was ich bei dir wieder mal lese Rainer und nackte Tatsachen, das der wirkliche Sinn des Weihnachtsfestes im JETZT völlig entzehrt/entstellt wird und nur noch der KOMMERZ siegt !!!

    Danke und einen besinnlichen 4. Advent,
    mit einem lieben Gruß verbunden .

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    1. Reiner Artikelautor

      Es liegt an uns, was wir aus dem Fest machen.
      Selbst möchte ich Zeit schenken – und geschenkt bekommen.
      Für und von Menschen, für die ich “sonst” eher zu wenig davon habe.

      Danke & auch Dir einen guten vierten Advent!

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  3. Burhanuddin

    Was du magst ist eine Vorstellung. Ob das was mit dem, der “da einst lebte” zu tun hat, fraglich. Am Rande wahrscheinlich.

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