Passend zur Jahreszeit

Wieder der Monat November, wieder die langen Nächte, die kurzen Tage sowie das usselige Wetter. So oft wie diese Woche bin ich auf meinen täglichen Wegen mit dem Rad schon lange nicht mehr nass geworden. Zum Ausgleich gab es dafür heute Nachmittag zwischen zwei Schauern ein paar Sonnenstrahlen, auf meinem Heimweg.

Analog zum Wetter gestalten sich die Befindlichkeiten. Müdigkeit macht sich breit, verursacht durch viel Arbeit in einem turbulenten, beruflichen Umfeld, gepaart mit den nutzlosen, aber leider existenten Sorgen um die letzten Jahre der Erwerbstätigkeit. Wobei derartige Grübeleien, wenn sie schon nicht abzustellen sind, Gott sei Dank heute aufgrund ihrer Nutzlosigkeit nicht lange andauern.

Wenn`s mehr nicht ist.

Es gab ganz andere Zeiten. Zeiten, in denen ich bis in`s Mark geschüttelt wurde, auch durch äußere Umstände, die meinem Unvermögen geschuldet waren, mich selbst so anzunehmen, wie ich nun einmal war. Gerade im November. Habe ich heute schon mal schlechte Tage, erinnere ich mich an damals, als ich schlechte Jahre hatte.

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Dieser Findling ist eine Erinnerung an diese Zeit, die voll von Verzweiflung und Ängsten war. Ein Geschenk von der Bildhauerin C.K., die ihre Gefühle mit Geschick und viel Beharrlichkeit in den Marmor gehauen hat. Wege, die sich kreuzten. für ein Weile.

Einer, der die Wechselfälle des Lebens und die selbst gespannten Fallstricke anrührend in Worte und Melodie fassen konnte, war (und ist bis heute) Hannes Wader, ein Liedermacher alter Schule. Ganz selten höre ich ihn, der aus der Zeit gefallen scheint, heute. Wobei seine Lieder an Aktualität nichts eingebüßt haben.

*

 

12 Gedanken zu „Passend zur Jahreszeit

  1. Ananda

    Fahrrad ist vielleicht nicht das idealste Verkehrs-Mittel… is ja nich nur der November, da kommen ja noch Dezember, Januar, Februar…. gibt’s da nicht einen Bus, mit dem du fahren kannst oder so was ?
    Denn das is klar – dieses ständige nass werden, das zerrt an den Nerven!

    und ansonsten ….

    https://ananda75.wordpress.com/2015/11/22/478/

    Alles Liebe <3

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    1. Reiner

      Bus, Bahn und speziell hier die Schwebse sind für mich keine wirkliche Alternative, derweil zu viele dicht gedrängte Menschen, gerne auch erkältet ;) Nee, ich mach`das ja schon ein paar Jahre, Gott sei Dank habe ich es nicht soo weit und fahre auch mit passender Kleidung.

      Liebe Grüße auch Dir!

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  2. Ilanah

    Ja, der November ist irgendwie speziell, da kommen bei mir auch diverse Empfindungen hoch.

    Wader, Wecker und Mey….die höre ich heute zwar nicht mehr so oft wie früher, aber immer mal wieder.

    Ich wünsch dir ein schönes Wochenende, lieber Reiner.

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  3. Muschelfinderin

    Seit ich kein Auto mehr habe, erledige ich auch fast alles mit dem Fahrrad.
    Erst heute bin ich wieder so richtig nass geworden, doch irgendwie hab ich mich mittlerweile auch daran gewöhnt.
    Mir geht es wie dir – ich vermeide die U-Bahn oder die vollen Busse so lange es geht.
    Und da ich im November geboren bin, gehört dieser Monat irgendwie zu mir … mit seinem Rückzug, der Dunkelheit, aber auch der Gewissheit, dass im Verborgenen Zeit ist für neues Reifen.

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    1. Reiner

      Ja, man gewöhnt sich dran … immer noch besser als die Enge im ÖPNV.
      Neues Reifen im Verborgenen – auch das ist November, ja
      Skorpione und die frühen Schützen sind da ja heimisch ;)

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  4. grasoli

    Fahrrad fahren ist gut und wenn die Novembersonne durchschaut geht nix drüber – außer Gehen.
    Wader, Wecker, Mey – wer sind die heutigen Barden – w o singen diese?
    Auf ins Tal der Wupper …

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    1. Reiner

      Genau – die besten Mittel gegen trübe Stimmung sind ausreichend Bewegung & halbwegs gesundes Essen. Neben Licht, Luft, & Sonne.

      Die Barden? Es gibt sie schon noch. Wenn ich die Lieder der Kinder höre, spüre ich das. Aber – sie sprechen keinen Klartext mehr, so wie wir das von den Alten kennen. Als trauten sie sich nicht … die Botschaften, die dort herüber kommen, gleichen der Musik aus der ehemaligen Zone. Alles wird nur subtil angesprochen. Achtung, bloß nicht auffallen, könnte der Karriere schaden. Wenn ich mich umschaue, verstehe ich. Von denen geht keiner mehr auf die Straße, so schnell jedenfalls nicht.

      Auch ein Geist der Zeit…

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  5. Helen

    Ja, die letzten Jahre der Erwerbstätigkeit…echt ein Sorgenkind und auch die Zeit danach, verarmt oder nicht, sind wie ein Sirenenruf, den man nicht ignorieren kann. Eine moderne Lorelei, die die Politik jetzt ausschlachten wird. Ich kann verstehen, dass das Thema Dich nicht loslässt. Mich auch nicht. Wünsche Dir gutes Gelingen…..
    Main Gruß, Helen

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    1. Reiner

      Die Politik wird nicht umhin kommen, sich dem Thema etwas intensiver zu widmen. Dazu sind wir einfach zu viele, die zeitnah alle miteinander in den Ruhestand gehen. Leider wird das, wie so vieles heute, wahrscheinlich wieder in eine unsägliche Neid-Debatte ausarten. Der Unterschied zur Gegenwart wird darin bestehen, das unsere Rentner-Generation wahrlich Grund zu klagen haben wird, im Gegensatz zu den meisten heutigen Rentnern.

      Danke, Helen, und auch Dir Grüße!

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  6. maranaz3

    Nix da mit der “langen Dämmerung”, auch nicht in den lästigen schlaflosen Nächten, die man eigentlich endlich ungestört ganz für sich allein auskosten sollte.
    Aber natürlich bleibt nichts, wie es war. Jahrgang 42 und der alte Mann kommt mit seinem alten Song von 1982 noch ganz “cool” daher und ehrlich gesagt, daran ziehe ich mich lieber hoch.

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    1. Reiner

      Der alte Mann ist sich selbst treu geblieben und hat sich doch weiter entwickelt.
      Es gibt nicht viele Künstler, von denen man das sagen kann.

      Grüße in`s Schwemmland !

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