Nebelbilder

Sie sind ziemlich genau zwei Jahre alt und entstanden am letzten für ihn erreichbaren Sehnsuchtsort meines kürzlich verstorbenen Vaters, am Stausee Beyenburg zu Wuppertal. Zu dieser Zeit war er noch ein wenig mobil und das Wetter war phantastisch für nebelige Bilder. Wir fuhren über die Höhenzüge im strahlenden Sonnenschein hinunter ins Tal, in eine Wolke hinein. Eine bizarr nasse Landschaft, die Sonne gab sich alle Mühe, den dicken Nebelsumpf zu durchbrechen, der im Tal über der Wupper lag.

Die Phantasie macht aus diesen Bilden Exkurse in die Mystik. So in etwa mag der Grenzfluss Styx ausschauen, der mit seinen Ufern die Welt der Lebenden von der der Toten trennt. Mein Vater ist nun auf der anderen Seite und findet hoffentlich seinen Frieden.

Sie sprechen für sich , die Bilder, die hier ihrer Schönheit wegen in Originalgröße zu sehen sind.

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12 Gedanken zu „Nebelbilder

  1. Pingback: Mittwoch, 221207 | wupperpostille

  2. Anna-Lena

    Das tut mir sehr leid mit deinem Vater, mein Beileid.
    Ich bin gerade mit meiner Mutter in dieser Phase vom Leben in den Tod. Deine Bilder sprechen mich daher besonders an, sie passen genau in diesen Übergang vom Hier zum Dort.

    Liebe Grüße
    Anna-Lena

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    1. Grinsekatz Beitragsautor

      Liebe Anna-Lena, ich danke dir von Herzen und wünsche dir alles Gute in dieser schweren Zeit.
      Die Bilder passen, ja.

      Liebe Grüße, Reiner

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  3. gerlintpetrazamonesh

    Der Nebel verunsichert uns, läßt unsere Deutung der Welt unklar werden, zeigt uns die Grenzen unserer Sinne auf. Weshalb wir ihn ebenso schön wie unheimlich finden können. Er zeigt uns eben auch, dass wir auf unsicherem Boden stehen, unsere Welt aus unsicheren Annahmen bauen. Die jederzeit einstürzen können. Ist dieser Einsturz umfassend und endgültig sprechen wir vom Tod (Goethe bat vielleicht nicht umsonst um mehr Licht). Was unseren eigenen betrifft, so wissen wir zwar, doch vermeiden das daran denken, um seine Unvermeidlichkeit. Was den der uns Nahestehenden angeht, ist es jedes Mal der tiefe Schmerz, der krasse, so endgültige Verlust. Irgendwo, hinter den Nebeln…

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    1. Grinsekatz Beitragsautor

      Nebel nimmt uns die (Weit-) Sicht und zwingt uns, „auf Sicht“ zu leben. So wie in Zeiten des Übergangs, der uns das andere Ufer nicht sehen lässt. Wir können es nur ahnen und doch zieht es uns hinüber, den großen Übergang am Lebensende inbegriffen.

      Danke für dein Hier-sein, Petra.
      PS: Habe deine URL korrigiert.

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