Archiv für das Jahr: 2014

Hermes sagt Danke!

Gleich nebenan hier im Quartier gibt es den Klamottenmann. An- und Verkauf, Brennstoffe, so steht es auf einem Schild über den kleinen Laden, und, wie ich mir sagen lassen musste, wird dort immer noch mit Kohlen gehandelt, habe ich nicht gedacht. Mich verschlägt es ab und zu dort hin, weil der Klamottenmann nebenbei auch Zeug vom Hermes-Versand annimmt und es schlicht praktisch ist, nicht so weit laufen zu müssen, um eine Sendung abzuholen.

Oft ist der Klamottenmann in Gesellschaft von Familienangehörigen oder Kumpels, die auf einen Schwatz dort vorbei schauen. Nichts, was es dort nicht gibt. Vor ein paar Wochen flog mir ein betagtes Spann-Gummi vom Fahrrad-Gepäckträger um die Ohren, was mich veranlasste, dort mal kurz nachzufragen. Wortlos ging der Kerl nach nebenan und kam mit zwei gut erhaltenen Gummis in gefälliger Farbe, passend zum Rad, wieder zurück, unter dem Gelächter der Anwesenden. Hier, macht`n Euro für`t Sparschwein, meint er und zeigt auf das dickes Ding auf dem Tresen. Da konnte ich überrascht nur Danke sagen und grinsend die Sau füttern.

Oder letztens, im Zuge der Beschaffung diverser Kleinigkeiten für die kommenden Tage. Der Laden ist gut besucht, zwei seiner Kumpels stehen Leder-bewestet und hemdsärmelig umher und am Tresen nestelt eine gut durchgeblühte dunkelhaarige Dame etwas nervös an ihrer Tasche, mit der sie die kleine Ablage des Tresens in Beschlag genommen hat. Der Klamottenmann fummelt derweil irgend ein Textil wieder in den dazu gehörenden Karton, offensichtlich eine Retoure. Es dauert, und der Klamottenmann bittet einen Kumpel, mal nachzuschauen, ob da was für den Herrn da gekommen wäre, nachdem ich mein Anliegen vorgebracht hatte. Mein Zeug ist gekommen und wird aus einem Stapel im Regal hervor gezogen. Praktisch wäre jetzt zur Verstauung die Ablage des Tresens, aber die ist noch von der Dame belegt. Endlich wird die Schöne auch mal fertig und verabschiedet  sich, so das ich mich nun breitmachen kann, mit meinem Rucksack.

Kaum hat die Dame den Laden verlassen, geht es auch schon los und ein kleiner Dialog entfaltet sich unter den grinsenden Kerlen. Wat hass Du`n Glück, dat deine Frau heut`nich da is, meint einer, und anhand weiterer Bemerkungen schließe ich, das die Schöne von gerade eben sich wohl offensichtlich im Laden zumindest teil-entblößt hat, um ihre Sendung direkt an Ort und Stelle anzuprobieren (und auch gleich wieder zurückgehen zu lassen).

Ne Umkleidekabine, ja sicher, richte ich auch noch ein, meint grinsend der Klamottenmann und macht so eine weit ausladende Bewegung mit seinen Armen, um die scheinbar endlosen Weiten seines kleinen zugestellten Ladens zu beschreiben.

Hermes sagt Danke, denke ich amüsiert, während ich mich verabschiede.

 

Schulbeginn

Normalerweise bin ich um diese Zeit nicht daheim. Wochentags morgens so gegen 8 Uhr stehe ich meist schon mitten im Tag, mit Ausnahme der freien Tage, freiwillig oder wie derzeit eher unfreiwillig. Wie ich da so liege, unter meiner AUA-Decke, kann ich schön aus dem Fenster schauen und fühle mich ein wenig so, wie sich gelangweilte Rentner (gibt es die wirklich?) fühlen könnten.

Da draußen ist eine Menge los, um die Zeit. In der Nähe liegen zwei weiter führende Schulen, Hundertschaften motorisierte, so genannte Helicopter-Eltern (die nichts mit dem schönen Helicopter-Spiel zu tun haben) verstopfen die engen Straßen hier im Quartier. Parallel dazu ergießen sich von der anderen Seite des Berges aus den Einsatzlinien der Stadtwerke große Ströme ganz normaler Kinder, also solche, die einigermaßen selbstständig erzogen werden und schon allein am öffentlichen Personen Nahverkehr teilnehmen können, auf Straßen und Gehwegen in Richtung ihrer Schulen. Die meisten gehen zügig in kleinen oder größeren Gruppen, schwatzend, lachend, oder eher still. Freundinnen im Gleichschritt mit röhrenbejeansten Beinen sind zu sehen und ich denke, interessant, das manche Mode tatsächlich 4 Jahrzehnte überdauern kann.

Langsam werden die Gruppen weniger, Zeit für manche schlendernden Nachzügler, manche mit gesenkten Kopf, die es nicht eilig haben, gelehrt zu werden, andere dagegen sind schlicht spät dran und hetzen den anderen hinterher. Alles so wie immer schon, denke ich, von den verrückten Eltern mit ihren Autos mal abgesehen.

Während sich da draußen der Verkehr normalisiert, lasse ich meine Gedanken treiben, nicht zuletzt, weil auch ich Vater eines solchen “großen” Kindes bin. Erfolg und Versagen, oder besser das, was wir dafür halten, fallen mir ein. Wie viele von denen gerade eben fallen durch das Netz und müssen schauen, wo sie bleiben. Gründe dafür kann es viele geben, Krankheiten, familiäre Krisen aller Art, oder schlicht das Gefühl, “anders” zu sein und irgendwie nicht in diese Welt zu gehören. Toleranz und Kompromissbereitschaft gelten als Tugenden der Zeit, bei vielen allerdings nur unter ihresgleichen oder als leere Worthülsen. Spätestens wenn die Bereitschaft zum teilen gefordert ist, Zeit, Aufmerksamkeit oder sogar Geld, trennt sich die Spreu vom Weizen. Und “anders” ist man schnell heutzutage. Introvertiertheit reicht schon oder jede Abkehr, sei es religiös, sexuell, ethnisch, politisch, kulturell oder sozial von der so genannten Majorität.

Dieses Land erscheint mir da gespalten, auf eine merkwürdige Art. Einerseits gilt Individualität als gesellschaftsfähig, andererseits haben sich in Sachen Bildung und Erwerbsleben Verhaltensweisen etabliert, die keine wirkliche Abkehr zulassen. Ungeschriebene Gesetze bestimmen das tägliche Zusammenleben innerhalb der gegebenen Strukturen und Hierarchien.  Zum Beispiel “Sei kritikfähig und übe dich in offener Fehler-Kultur.”  Was meint, trete bloß niemanden ernsthaft auf die Füße und wenn Du Scheiße gebaut hast, gib`es sofort zu, aber erwarte das nicht von anderen, schon gar nicht von deinen Vorgesetzten.  Oder “Schaue stets über deinen Tellerrand”  Was meint, sei aufmerksam, was um dich herum geschieht, aber überschreite in gar keinen Fall deine Kompetenzen, sondern teile deine Beobachtungen mit deinen Vorgesetzten, damit der den potentiellen Erfolg verbuchen kann. Oder auch “Übe dich in Teamfähigkeit” Was meint, sei froh, wenn man dich mit Arbeit überhäuft, das ist die beste Existenz-Absicherung. Solltest Du das nicht alles schaffen, tue so wie die meisten anderen, trete die Dinge herunter zum Nächsten, auf das Dein Tisch sauber sein möge. Was man nett verpackt auch delegieren nennt.

Vielleicht bin ich auch nur geschädigt durch die lange Zeit in meinem Beruf, wie dem auch sei…Widersprüche und fadenscheinige Ansagen finden sich überall und die wenigsten haben vermutlich das Glück, mit ihren Beruf auch eine Berufung gefunden zu haben. Hilfreich ist in jedem Fall ein Gespür für einigermaßen ertragreiche, besetzbare Nischen, verbunden mit dem Mut, diese auch zu betreten. Günstige Gelegenheiten gehören ebenso dazu wie die Fähigkeit, diese auch wahrzunehmen und zu nutzen.

Mit diesen Gedanken und besten Wünschen für die Kid`s da draußen kehrt meine Aufmerksamkeit wieder zur AUA-Decke zurück und zur Wärmflasche.

Gut für diesen Augenblick.

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“Ehren”-Amt

Ein wohltuender Antipol zum gewohnten Besitzstands-Denken, abseits von Haben & Abgrenzen wollen, abseits von Neid & Missgunst, gerade umfassend und beeindruckend dargelegt in WEST ART. Immerhin jeder dritte Deutsche engagiert sich auf die eine oder andere Weise unentgeldlich, was Hoffnung macht, das dieses unsere Land nicht so kalt ist, wie es sich manchmal anfühlt.

Nutzt der Staat ehrenamtliches Engagement aus oder inspirieren Ehrenamtliche den Staat, sich einzuschalten und Verantwortung zu übernehmen? Beides stimmt in Teilen, glaube ich. Auch bin ich davon überzeugt, das die von vielen beschworene Trennung von den Bürgern, den Menschen einerseits und der Politik andererseits ein auf Dauer sehr schädliches Denken ist. Die da oben und wir hier unten stimmt so für mich nicht.

Ich bin politisch, so wie jeder einzelne hier. Somit wünsche ich mir einen Staat, der mehr Verantwortung für Bedürftige übernimmt und bin gern bereit, dafür zu teilen. Veränderung kommt immer von unten und aus dem bestehenden System heraus, sehr selten erfolgreich (und gewaltfrei!) in Opposition dazu. Was Widerstand gegen himmelschreiende Ungerechtigkeiten nicht ausschließt, wenn es sein muss, auch beharrlich und dauerhaft.

Veränderung beginnt immer an der Basis und wird oft aus der Not geboren. Selbst werde ich einerseits weitermachen mit dem, was ich für meinen Teil tue und mir zugleich Gedanken machen über eine Zeit nach dem Beruf. Andererseits werde ich wählen gehen, Zeichen setzen gehen gegen Neo-Liberalismus, Zeichen gegen Prestige-Denken, Zeichen setzen gegen die so oft propagierte  und von vielen verinnerlichte Machtlosigkeit, die so schlicht nicht stimmt und nur ein Erfindung derer ist, die gern unter sich bleiben wollen.

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Grüße aus Antwerpen

So ausgerichtet musikalisch von Triggerfinger gestern Abend im FZW, nah beim Dortmunder Hauptbahnhof. Schon lange liegen die Karten hier herum, gemeinsam mit zwei Freunden haben wir sie zeitig besorgt, damit es am Ende keine Ausreden a`la müde, erkältet, oder sonst etwas gibt.

Die Vorgruppe, na ja. BIG SUGAR , ein kanadische Reggae- und Bluesrock-Band. Guter Dinge, die fünf, aber schlecht ausgesteuert und ein wenig zäh, dafür hatte ich zumindest warme Füße, eine knappe Stunde später.

Das Publikum. Die üblichen Verdächtigen wirklich allen Alters, was mir ausgesprochen gut gefällt. Kein schwimmen im eigenen Saft der Grauschädel, viel Jungvolk dabei. Alle zusammen ein paar hundert vielleicht, nicht zu groß, die Menge, gut verteilt in dem eher kleinen, überschaubaren Saal.

Dann endlich das belgische Trio, eine der besten Combo`s, die ich kenne. Alle drei mit dem Herzen dabei, Vollblut-Musiker mit richtig guter Laune.  Gitarrero und Sänger Ruben Block mit seiner einzigartigen Stimme, der Trommler Mario Goossens, wie meist im bunt gestreiften Anzug und der Bassmann Paul Van Bruystegem, ein Bassist wie aus dem Bilderbuch, mit Bauch, Spiegelglatze und sonnenbebrillt. Eine Cover-Band, deren Lieder zumindest in meinen Ohren besser klingen als manches Original. Basslastiger Blues-Rock mit eingestreuten Reggae-Elementen, leicht psychedelischen Einlagen, ruhigen, besinnlichen Passagen, die öfter mal abrupt abgelöst werden von gefetzten Knallern, getragen von Ruben Block`s Stimme und Gitarren-Künsten.

Was mir richtig gut gefällt: Sie lassen sich Raum für jeden der drei, präsentieren sich abwechselnd gegenseitig, Gesang- und Gitarren-Passagen, Bass-Soloeinlagen oder ein Trommel-Solo, der Bunt-Gestreifte tobt klatschnass in seiner Schießbude, während die anderen beiden ihn mit dicken Hand-Scheinwerfern in Szene setzen…um dann kurz darauf wieder zusammen zu finden.

Gerne noch einmal – ein gelungener Abend!

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Tunnel-Session

Meine morgendliche Fahrt zur Arbeit mit dem Rad führt mich über eine umfunktionierte, alte Bahnstrecke, unter anderen eben auch durch einen schönen, alten Tunnel, der gerade eben erst für den Rad-Schnellweg Nordbahntrasse saniert wurde. Normalerweise ist um die Uhrzeit früh morgens dort wenig los, außer der eine oder andere Frühaufsteher, der mir entgegenkommt.

Anders heute morgen. Schon von weitem fällt mir ein Licht auf, das da nicht hingehört. Im Tunnel dann kurz hinter dem Portal bietet sich mir ein ausgesprochen schräges Bild: Ein Fahrrad lehnt an der Tunnelwand, ein anderes liegt umher und die dazu gehörenden beiden Freaks sitzen friedlich mitten auf dem Weg. Zwischen den beiden ein Ghettoblaster, aus dem in Zimmerlautstärke, also für die Lokalität passend ein uralter Song der Pink Floyd plärrt. Dazu passend ziehen Schwaden guten Grases ihre Bahn im Tunnel-Durchzug.

Wie geil, denke ich, während ich wortlos langsam vorüber fahre und das Bild auf mich wirken lasse. Und ich geh` jetzt knechten, selbst kiffen kommt nicht mehr in die Tüte, wegen dem ausgeprägten Unvermögen, damit angemessen zu haushalten. In der Tunnelmitte fallen mir die in den ehemaligen Fluchtnischen ansässigen Fledermäuse ein, um die es schon endlos dumme Diskussionen und jahrelange Bau-Verzögerungen gegeben hat. In dem Moment hätte es mich nicht gewundert, das die allmählich entschwindenden Floyd-Passagen von dem einen oder anderen sanften Klatschen unterbrochen worden wären. So ein Geräusch eben, das eine Fledermaus verursacht, die kopfüber bekifft und tiefenentspannt auf dem Boden landet.

Draußen dann in der frischen Luft freue ich mich für die Tierschützer, das das alles nur in meinem Kopf geschah und wünsche den beiden Nachwuchs-Bohème in Gedanken noch einen entspannten Tag.

 

So Titel

Ich darf das, ich habe dieses oder jenes oder zugleich von mehreren etwas.

Das sind so Sätze, die ich heute nur noch schwer hören kann. Wenn Menschen sich hinter ihren verordneten Titeln zurückziehen und meinen, sie dürften sich daraufhin einiges erlauben. Nicht, das ich die Vergabe eben solcher Titel grundsätzlich in Frage stelle. Krankheitsbilder im Sinne der Schulmedizin brauchen halt ihren Namen, zwecks Kategorisierung, Therapie und Medikation, die viel zu oft aus Kostengründen anstelle einer wirklich weiter helfenden Therapie steht.

Wo aber liegen die Grenzen in dieser großen Grauzone zwischen handfesten Charaktermängeln und bekannten Krankheitsbildern? Was genau ist ein grundlegender Charakterzug und was ist krank? Wo oft genug der Schulmedizin nach das eine Teil des anderen ist. Es macht mich heute wütend, wenn manche Menschen es sich so einfach machen. Ich darf das, weil… Freifahrtschein, hurra. Rückzug hinter`s Krankheitsbild, und passt bloß auf, wie ihr mit mir umgeht.

Selbst habe ich auch so meine Titel, mit denen ich gelernt habe, zu leben. Die ich bewusst nicht einsetze, um mich zu rechtfertigen oder mir Vorteile zu verschaffen. Das könnte mir gefährlich werden. Vielleicht zieht das ja mal wer in Zweifel und vielleicht macht mir das dann auch noch etwas aus, gerade, wenn ich mir von der Welt einen Bonus erhoffe. Dann könnte ich mich genötigt sehen, der Welt zu beweisen, wie recht ich habe. Den Preis dafür muss ich allerdings selbst zahlen. Das erledigt die Welt leider nicht für mich. Einen eindeutig zu hohen Preis, meine körperlich-, geistig-seelische Gesundheit eben.

Anders ausgedrückt könnten die Geister, die ich selbst herauf beschwöre, bloß, weil sie mir vertraut sind, irgendwann ihr Eigenleben führen. Da leiste ich mir lieber manchmal besagte Wut und bin dankbar, wieder an solche Stolperfallen erinnert zu werden.

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Unvergessen

Keine leichte Kost, aber sehr bewegend.

So gesehen letzten Sonntag im Cinema hier im Tal. Wir hatten am Ende beide Tränen in den Augen.

Wer spricht heute noch von den Armeniern… (GröFaZ)

Die Osmanen waren sein Vorbild im Geiste. Das Prinzip des Sündenbockes zwecks Ablenkung vom eigenen Versagen, vom drohenden Untergang und zur Schaffung eines einenden Feindbildes hat er übernommen, verbunden mit preußischen Pflichtbewusstsein, Beamtentum und industriellen Know-how der Zeit. Seit nunmehr fast 70 Jahren erinnert sich eine ganze Nation fassungslos an das Geschehene, spricht von Machtergreifung und verdrängt schlimmstenfalls, das die damaligen Verhältnisse das Resultat von Wahlen (im Verbund mit unsäglichen politischen Ränkespielen) waren. Im Gegensatz zu den Nachfolgern des osmanischen Reiches, die bis heute allenfalls von unvermeidlichen Leid im Zusammenhang mit dem ersten großen Krieg sprechen.

Uneingestandenes schafft Raum zur Wiederholung. Die Gefahr besteht immer und die Zeichen waren auch hierzulande deutlich, in jüngerer Vergangenheit. Unsere so genannte Zivilisation ist nur ein dünnes Mäntelchen über dem Raubtier. Ändern sich die Zeiten und mangelt es irgendwann breiten Mehrheiten am Nötigsten, kommen die Geister der Vergangenheit wieder an`s Licht. Das ist gemeint, wenn Politiker heute von Systemrelevanz sprechen.

Innerer Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, vom Individuum bis zum Staat.

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Lose Bilder

Bilder vom Herbst, Bilder aus der Umgebung.

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Blicke über die Stadt…

2014-10-03 16.08.45 2014-09-28 13.58.08

2014-10-03 16.08.21

Der Ölberg früh morgens…

2014-10-12 10.43.32

Der dunkle Turm

2014-10-12 16.56.51 TOM!! 2014-10-12 16.57.25

Bei Sonnenlicht wirkt selbst der freundlich…

2014-10-19 08.57.58

Auf der Hardt, im botanischen Garten und drum herum…

2014-10-12 17.19.09 2014-10-12 17.17.21

Die lagen schon so da…

2014-10-12 17.19.47

2014-10-19 09.05.07

2014-10-12 17.27.50 2014-10-19 09.09.46

2014-10-12 17.23.54

Schrei`mich nicht so an…

2014-10-12 17.25.29

2014-10-19 08.45.22

Meine Favoriten, aufgenommen früh am Morgen und spät am Nachmittag. Es sind immer nur einige wenige Minuten am Tag, die solche Bilder möglich machen. Da freue ich mich, wenn ich gerade dann am Ort bin, auf der Nordbahntrasse.

Tunnel Dorp…

2014-10-22 17.41.28

Tunnel Engelnberg…

2014-10-19 08.40.17

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Der Arsch

Genau so und nicht etwa mit seinem richtigen Namen steht er in ihrem Telefonbuch, seit vielen Jahren schon. Er hätte keine Ahnung davon, wenn ihm davon nicht berichtet worden wäre, von gut informierten Kreisen. Nicht etwa nur Arsch oder gar Arschloch, nein, schön mit  dem passenden Artikel dazu. Nicht überliefert hingegen ist, ob er nun unter “D” oder eher unter “A” dort verewigt wurde.

Sie pflegt ihren Groll, der irgendwann auch einmal seine Berechtigung hatte, wohl nicht ahnend, das solcher Art Beharrlichkeit auf Dauer sehr ungesund sein kann. Womit weiß Gott keine böse Nachrede gemeint ist, das ist nicht ihr Stil. Eher eisiges Schweigen über die Persona non grata an ihrem Hofe, sobald ein Gespräch die Richtung auf ihn zu nehmen droht. Und eben besagter Register-Eintrag im Telefonbuch, als Relikt einer Zeit, in der der tiefe Groll noch aktive, feurige Wut war.

Ihm kostet es ein Lächeln, heute. Die große Fassungslosigkeit ist schon sehr lange vorüber und wenn alle Jahre wieder einmal die Rede auf besagten Eintrag kommt (er könnte ja doch mal gelöscht werden), dann reicht es auf jeden Fall für allgemeine Heiterkeit. Mit so manchen Titel lässt es sich eben gut leben, heute. Zumal die Zeit schon sehr lange her ist, in der ihm so etwas nahe gegangen ist. Heute weiß er, er ist es nicht, er war es vielleicht einmal. Das macht nichts geschehenes besser, aber zumindest von seiner Seite kommt kein neues Leid hinzu, heute.

Wovon sie wahrscheinlich nicht die geringste Ahnung hat – er ist ihr in gewisser Weise sogar dankbar. Sie musste damals in sein Leben treten, nicht nur, um dem gemeinsamen Kind das Leben zu geben. Ihr großer Verdienst ihm gegenüber besteht darin, das sie ihm erstmalig die Verzauberung des anderen Geschlechtes genommen hat, sein Bild von der Weiblichkeit ganz allgemein heilsam korrigiert hat, Richtung Realität eben.

Ohne die Erfahrung dieser Zeit würde ihm heute ein Menge fehlen, soviel ist sicher.

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Autoland Deutschland

Ein auf Facebook geteilter Link brachte mir das Thema wieder einmal näher in`s Bewusstsein, Wohin die Reise wohl geht mit der Automobilität, die hierzulande immer noch mit die größte Einnahmequelle für Millionen Menschen darstellt, eben auch für mich.

Es sind weniger die vermeintlichen technischen Alternativen, also Elektro-Autos, die den gesamten Industriezweig gefährden. diese sind schlicht nicht ausgereift, wenig praxistauglich  und (noch) viel zu teuer, zu wenig haltbar oder in ihrer Ausführung zu rudimentär. Auch die Konkurrenz aus dem Ausland ist (noch) keine wirkliche Gefahr angesichts des immer noch guten Qualitätsstandards deutscher Autos, immer ausgefeiltere Rationalisierung in der Fertigung sowie der “preisenkenden” politischen Maßnahmen im deutschen Arbeitsrecht.

“Gefährlicher” ist eine aufkommende, neue Geisteshaltung nicht nur, aber gerade auch vieler junger Menschen, die sich nicht (mehr) via Kredit für`s Auto abhängig machen möchten in Zeiten prekärer Jobs (Praktika für lau, Leiharbeit, befristete Anstellung). An der Stelle beißt sich nebenbei die Katze zumindest auf dem Binnenmarkt in den Schwanz, da Autos frei nach Henry Ford bekanntlich keine Autos kaufen.

Zum einen.

Andererseits steigt die Bereitschaft zu teilen, die Erkenntnis, das es im Grunde Irrsinn ist, gut eine Tonne Technik allein über die (verstopften)Straßen zu bewegen. Den Führerschein zu haben, macht Sinn, aber ein Auto allein zu unterhalten, immer weniger. Statussymbole und maximale Mobilität für eben einen sehr hohen Preis haben einen immer geringeren Stellenwert. Langsam, aber sicher, zumal Alternativen vorhanden sind, Stichworte Carsharing, öffentlicher Nahverkehr, (Elektro-)Fahrräder, allmähliche Anpassung der Infrastruktur in den Städten. Nicht zuletzt darum zieht es immer mehr Menschen wieder zurück in die Städte, weg von den langen Wegen.

Das Volk der Tüftler und Ingenieure wird sich langsam andere Betätigungsfelder abseits der fossilen Verbrennungstechnik suchen müssen und ich bin guter Dinge, das uns das gelingt. Weniger guter Dinge bin ich allerdings, wenn ich darüber nachdenke, wo ich mich persönlich in diesen Wandel wiederfinde. Ausführliche Gedanken darüber mache ich mir, sollte es soweit kommen.